Uli Stein zu Besuch auf Nessis Sofa. Natürlich gingen die Spenden an die Uli-Stein Stiftung. Durch die kleinen Kunstwerke von Schnellzeichner Malte Wulf erreichen wir eine schöne runde Summe!

Malte Wulf scaled - Promi-Talk mit Cartoonist Uli Stein

Die Straße endet und geht übergangslos in einen Feldweg über. Vor mir kaut ein Rehbock auf einem Halm und glotzt mich an.

„Uli Stein wohnt da, wo sich Has und Fuchs gute Nacht sagen und das da ist ein Reh.“ entfährt es mir unwillkürlich. Ich bin zu weit gefahren. Und komme natürlich zu spät, zwar durch ein Reh-in-nah bereichert, aber eben unpünktlich.

Uli Stein macht das netterweise gar nichts aus. Geduldig und freundlich holt er mich am Tor ab. Natürlich wohnt der Cartoonist an einer gepflegten, sehr gut geteerten Straße. Alle andere würde seinem Porsche auch nicht taugen. „Sie haben was für schnelle Autos übrig!“, stelle ich fest. Er lächelt verschmitzt. Das mit den schnellen Autos merke ich mir für unser Gespräch und soviel sei schon verraten: Es hat was mit wilder Leidenschaft zu tun.

Die Seele eines Menschen erkennt man an seiner Art, mit wehrlosen Geschöpfen umzugehen. Uli Steins Managerin hat zum Treffen ihren Malteser, besser bekannt als Krähenschreck, mitgebracht. Wehrlos ist Teddy sicher nicht, aber er gibt sich schüchtern und genießt die zuvorkommende Art, mit der er im Hause Stein behandelt ­wird. „Uli verwöhnt ihn wie ein Opa seinen Enkel.“ raunt mir Katja zu. Zutraulich klettert er auf den Schoß seines Freundes und lässt sich kraulen.

Malte WulfUli Stein 495x400 - Promi-Talk mit Cartoonist Uli Stein

Seine Freunde beschreiben ihn als ruhig, genial, bescheiden und eher öffentlichkeitsscheu. Gerne möchte ich dem noch vergnügt, fleißig und friedlich hinzufügen. Der Bekanntenkreis eines erfolgreichen Unternehmers ist naturgemäß groß, selbst wenn dieser die Öffentlichkeit eher umgeht und Tieren soviel mehr abgewinnen kann als den Menschen. Uli Stein zählt seine Freunde an einer Hand ab. Und mal Hand aufs Herz – wieviele echte tiefe Freundschaften pflegt man wirklich?

Das Fernsehen und Medien aller Art reißen sich um ihn. Die Gelegenheit, Uli Stein einen ganzen Abend erleben zu dürfen, ist absolut exklusiv und vor allem auch seinem Herzensprojekt, seiner Stiftung für Tiere in Not, anzurechnen.

Uli Stein wurde 1946 in Hannover geboren. Er arbeitete zunächst als freier Journalist, Fotograf und Drehbuchautor für Radio-Comedy, bevor er seine Karriere als Cartoonist begann. Seine treuen Fans begleitet Deutschlands erfolgreichster Cartoonist mit täglichen Einträgen in das Notizbuch auf seiner beliebten Homepage.

 

 

Uli Stein live 495x400 - Promi-Talk mit Cartoonist Uli SteinUli Stein Stiftung - Promi-Talk mit Cartoonist Uli Stein

Martin Kind zu Besuch auf Nessis Sofa und Anca & Ossy spielten Alte Liebe! Die Spenden gingen an Ira Thorsting von Kleine Herzen e.V.

Kleine Herzen e.V. Spende Kopie 495x400 - Promi-Talk mit Martin Kind

„Wann kommt Herr Kind?“ fragt der Fotograf, der fürs  Fahrgastfernsehen der üstra Bildmaterial liefert.

„Naja..es ist jetzt 10 vor sieben, also hoffentlich innerhalb der nächsten…“der Rest meines Satzes erübrigt sich, weil Martin Kind eben zur Tür hereinkommt. Auf leisen Sohlen. Ganz einfach so. Lächelnd und total unkompliziert. Und überpünktlich. Da habe ich schon ganz Anderes erlebt. LKA-Beamte, die eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung den Kleefelder Kaffeeklatsch nach verborgenen Schlupflöchern durchkämmten – alles sicher für Innenminister Pistorius? Ja, alles gut. Kein Terrorist unter der Spüle. Oder Stefan Schostok, der in einer Besprechung festsaß. Seine eilig heranrasende Limousine durchblitzt kurz mein inneres Auge, während ich Martin Kind die Hand schüttele. So einen schlichten, unaufgeregten Auftritt habe ich von Deutschlands erfolgreichsten Hörgeräteverkäufer nicht erwartet, nimmt mich aber sofort für ihn ein.

Marktführer für Hörgräte, Visionäre – gilt es doch, nun auch mit der neuen Technologie aus Israel den Optikermarkt zu erstürmen, Fußballpräsident, Tennisspieler, Skatspieler, Schweizer, Deutscher, Grossvater, stolzer Kneipenbesitzer und Träger der Niedersächsischen Landesmedaille… die Liste lässt sich noch verlängern.

„Das was Sie erreicht haben, reicht für 10 Leben, wie machen Sie das? Und haben Sie noch Träume?“

„Ach, das sehe ich nicht so. Ein Großteil unseres Erfolges beruht auf den Leistungen anderer. Ich habe großartige Mitarbeiter, die sich mit Fachexpertise um das operative Geschäft kümmern. Und ja ok, einen Traum habe ich – ich will 100 werden.“

„Träumen Sie nicht von Urlaub unter Palmen, vielleicht sogar auf einer eigenen Insel?“ „Nein, überhaupt nicht! Ich bin gerne unter Menschen und eine Insel wäre mir viel zu langweilig. Mein Tag beginnt früh und endet spät mit Arbeit. Das macht mir Spaß.“ Womit der millionenschwere Unternehmer auch gleich die Frage nach seiner Antriebsfeder beantortet hat. Er könnte ja auch einfach seinen wohlverdienten Ruhestand geniessen anstatt jeden Tag 10 – 12 Stunden zu arbeiten und sich obendrein von Presse und Fans beschimpfen zu lassen. Freude an der Arbeit und Sinnhaftigkeit im Tun sind die Maßstäbe, die sich Martin Kind selbst gesetzt hat und nach denen er sich ausrichtet.

AncaOssy 3 - Promi-Talk mit Martin Kind

„Kämpfe nie mit Leuten, die keine Chance haben.“ klingt arrogant, verstehe ich aber anders. Der Fußballpräsident meint meiner Ansicht diejenigen, die keine Chance des Einblicks in Vereinsstrukturen und Abstimmungsverfahren haben. Die gar nicht dabei sind. Die das Prozedere nicht kennen. Damit hält sich der öffentliche Kind die Anfeindungen vom Leib. Manch anderer würde ob all der Kritik handlungsunfähig werden. Martin Kind ist keiner, der schöne Worte für unschöne Dinge findet. Der anderen nach dem Mund redet. Er nennt die Dinge beim Namen. 1997 spielten die Hannover 96-Kicker in der Regionalliga und waren „ein Scheißverein.“ Aber Martin Kind ist ein Macher, der seine Visionen umsetzt. Er war derjenige, der Strukturen aufbaute und sowohl den Profifussball als auch den Breitensport auf gesunde Füße stellte. Das an der Eilenriede attraktiv gelegene Nachwuchsleistungszenturm soll durch Spielerverkauf das nötige Geld reinbringen und dem Spitzensport dauerhaft gutes Niveau ermöglichen. Ein Fußballspiel durchlebt Martin Kind leidenschaftlich. Ansonsten analysiert er sachlich und unsentimental. Für Gefühle wie Wut oder Angst hält der Geschäftsmann den Begriff „Reaktionsmuster“ bereit. Beneidenswerterweise besitzt Martin Kind die Fähigkeit, die Dinge des Tages hinter sich lassen zu können. „Wenn ich ins Bett gehe, vergesse ich alles. Wichtiges ist dann am nächsten Morgen wieder da und dann arbeite ich daran weiter.“ Ich kann nur für mich sprechen. Mich entschleunigt dieser Mann. Seine Unaufgeregtheit und seine Fachkenntnis vermitteln mir Sicherheit und Zuversicht. Man kann davon ausgehen, dass im Kind Unternehmen klare Regeln herrschen, aber man kann sich bei ihm auch ganz sicher frei entfalten und Ideen entwickeln.

So wie sein Sohn Alexander, dem der Spruch „Ich habe ein Kind im Ohr“ auf Anhieb gefiel. Kind erzählt, wie er sich mit Händen und Füssen gegen den Slogan gewehrt hat, bis er sich vielfach überstimmt sah und auf Vertrauen in den Instinkt der Menschen um ihn herum setzte. Wenn es um seine Mitarbeiter oder seine Familie geht, legt er jedes Wort auf die Goldwaage und nimmt sich Zeit für die treffendste Formulierung. Die Fragen, die ich ihm gestellt habe, arbeitet er ordentlich ab. Unaufgeregt, uneitel, höchst professionell, sachlich und anschaulich. Welche Antwort er mir wohl auf die Frage nach dem „einprägsamsten Erlebnis“ er mir wohl gegeben hätte? Vielleicht gibt er mir ja noch irgendwann einmal eine Antwort. Ich lasse Sie es wissen.

POP-ART Künstler Della bei Nessi

Kornbrennerei statt Elfenbeinturm

Lächelnd kommt uns DELLA einkaufstütenbeladen entgegen. Der Innenhof der alten Kornbrennerei in Hainholz entschleunigt uns. Eben haben wir uns noch abgehetzt, um pünktlich zum Termin zu kommen und wums – ein Schalter legt sich um. Eine Katze räkelt sich auf ihrer Decke. Hier kann man gut arbeiten. „Arbeitest du auch so entspannt? Was inspiriert dich?“ frage ich DELLA.  Er lacht auf: „Nein. Zum Arbeiten brauche ich Zeitdruck.“ Seine Arbeitsweise verbindet Handgemachtes mit grafischem Arbeiten am Computer.

„Eigentlich komponiere ich meine Bilder am Rechner. Nachdem ich alle einzelnen Figuren gezeichnet habe, scanne ich sie ein setze sie dann zusammen.“

Was DELLA fehlt, ist Arroganz. Diese „typische“ Künstlerattitüde geht dem gelernten Siebdrucker völlig ab und macht den Umgang mit ihm sehr einfach.

Als Pop-Art Künstler wertet er alltägliche Gebrauchsgegenstände auf und freut sich, seine Werke auf Koffern, Taschen oder Tassen abgebildet zu sehen. Sogar auf Stoffservietten, deren Sinn ja darin besteht, die künstlerisch gestaltete Fläche sogar zu beschmutzen, findet sich eine speziell entworfene Serie.

Die Liste seiner Auftragsarbeiten ist lang und vielfältig. Vom Touristikverband Sylt bis hin zur Gestaltung einer russischen Trägerrakete ist bei DELLA alles möglich.

Auf dem Arbeitstisch, der mitten im Wohnzimmer steht, liegen zwei knallharte Stofftiere. Ein blauer Bär und ein gelber Hase. Eine Projektidee?

„Ja, ich habe hier eine ganze Kiste mit Kuscheltieren. Die wollte ich in Polyester eingießen, aber dann bin ich darüber hinweggekommen.“ Wo er das gemacht hätte, denn wir befinden uns mitten in seinem kombinierten Arbeits-Wohnbereich.

„Das mache ich dann hier. Wenns ein bisschen stinkt, dann stinkt das halt.“ Stinkende Substanzen ist DELLA aus seiner Zeit als Siebdrucker gewöhnt. Als Handwerker druckte er vor allem Bilder anderer Künstler. Seine eigene Bildersprache entstand erst nach und nach.

Stahl und Lasertechnik interessierte ihn ab 1992 dann mehr als Siebdrucken. Worüber er sich heute ärgert. „Ich habe alles verkauft..nun ja, die Farben waren auch hochgiftig. Man ist da schon benebelt gewesen nach einem Tag in der Druckerei.“ Was er gerne umsetzen möchte was er gerne realisieren möchte

„Den Funkturm“ kommt es wie aus der Pistole geschossen. Schaun wir mal!