Redewendungen 3 Stegreifrede

Woher stammt eigentlich der Ausdruck-Stegreifrede?

„Herr Meier, könnten Sie bitte mal eben ein paar Worte zur Eröffnung der Filiale sagen?

Sie sind doch schon so lange dabei..“

„Was? Wann soll ich denn..?“

„Naja-jetzt sofort, weil, der Müller musste schnell nach Hause..“

„Also gut.

Liebe Anwesende, wie schön, dass Sie hier sind und wir gemeinsam einen Grund zum feiern haben.

Anlass ist, wie wir alle wissen, die Eröffnung unserer dritten Filiale.

Noch gestern haben wir hier eingerichtet und geschuftet bis tief in die Nacht. Es hat sich gelohnt! Heute sehen Sie das Ergebnis und ich bin sehr stolz auf meine Kollgegen und auf mich auch-haha. Blicken wir mit Energie in die Zukunft! Auf eine schöne Feier! Prost!“

So soll eine Stegreifrede sein, kurz und gut.

Denn sie wurde ursprünglich nicht aus dem Ärmel geschüttelt, sondern in den Steigbügeln stehend vorgetragen.

Und was wurde da vorgetragen? Markige Befehle, taktische Kampfanweisungen des Oberst der Kavallerie

E: cavallo-italienisch, caballus-lateinisch für Pferd

an seine Kampftruppen.

Um Überblick zu gewinnen, musste der Heeresführer sich in die Steigbügel stellen.

Mitten im Kampf schwingt man dann keine langen Reden mehr, wobei die Idee, den Gegner tot zu langweilen anstatt tot zu schiessen was hat.

Übrigens Ritter:

Vor großen Schlachten versuchten viele Feudalherren die Kampfmoral ihrer Truppen zu stärken, indem sie die rangniederen Edelknechte zuhauf in den Ritterstand aufnahmen-

Soviel zu Statussymbolen, die eine Wichtigkeit suggerieren sollen, aber letztendlich doch nur Durchhalteparolen gleichkommen-zum Nutzen des Auftraggebers sein Leben zu geben.

Daran hat sich bis heute nicht wirklich viel verändert..