Woher stammt eigentlich der Ausdruck-Präambel?

Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

So beginnt die Präambel des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949. Eine Präambel ist also eine Vorrede, eine Einleitung, ein Prolog. In der angewandten Rhetorik verschleudern Redner die ersten 20 Sekunden, also die geballte Aufmerksamkeit des Publikums, um das Hemd, den Hosenträger oder die Bluse zurecht zu zuppeln und irgendeine schwachsinnige Entschuldigung zu lallen. Der Grund ist klar: Zuwenig Redentraining, zurecht zuwenig Selbstvertrauen. Die Vorrede gerät zur Entschuldigungsarie, der unprofessionelle Redner buhlt um Sympathie und Mitleid. Wie sieht also eine gelungene Präambel als einleitendes Element zu einer Rede aus?

So sicher nicht:

„Meine Damen und Herren, wie schön, dass Sie so zahlreich erschienen sind.“

Ein Zitat, ein Aphorismus, also ein geflügeltes Wort gehen immer.

Zum Beispiel von Mark Twain oder Victor Hugo.

Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen.“

Mark Twain

Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie die Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie die Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance.“ 

Victor Hugo