Redewendungen Folge 5 Obolus und Scherflein

Woher stammt eigentlich der Ausdruck-Obolus und Scherflein?

„Wollen nicht auch Sie einen kleinen Obolus für Tiere in Not entrichten?“

„Na klar, eine kleine Spende geb ich doch gern.“

Der Obolus war eine altgriechische Silbermünze im Wert vergleichbar dem 50 Pfennigstück und gilt auch heute noch als Begriff für eine kleine Spende.

Transportiert wurden diese kleinen Münzen-man höre und staune in der Antike im Mund. Bei Bedarf spuckte man sie dann aus.

Es war Brauch, jedem Verstorbenen einen Obolus unter die Zunge zu legen.

Damit konnte er dann den Fährmann Charon bezahlen, der ihn über den Styx, den Fluss des Vergessens, zum Schattenreich des Hades hinüberruderte.

Sehr geringwertige Münzen kannte man auch in Deutschland. Sie wurden auch, wie ihre griechischen Verwandten Obol genannt, häufiger jedoch Hälbling oder Scherf.

So gab man bereits im Mittelalter sein Scherflein dazu in Form einer kleinen Münze.

Heute bedeutet es mehr im übertragenen Sinne seinen Anteil zu einer Sache beitragen wie:

„Staubsaugt der Mann die Wohnung, trägt er sein Scherflein zur Hausarbeit bei.“ oder

„Bei der Mülltrennung gibt jeder sein Scherflein dazu.“

 

Auch der Bibelübersetzer Luther gab dem Scherflein als Synonym für eine geringe Gabe

den Vorzug vor römischen Münzbezeichnungen wie etwa Semis, As oder Dupondius, die hierzulande keiner kannte.

Und so heisst es bei Lukas 21:“ Jesus sah eine arme Witwe, die legte zwei Schwerflein in den Opferstock..“