Redewendungen Folge 4 Malapropismus

Woher stammt eigentlich der Ausdruck-Malapropismus?

Malapropismus aus dem Französischen: mal à propos: direkt überstzt: falsch zu dem Zwecke und beschreibt die falsche Verwendung von Fremdwörtern.

„Letztens habe ich mit einem Freund privatisiert.“

„Soll was heissen?“

„Naja, er hat das Bistro wieder schliessen müssen, da haben wir uns privat getroffen.“

„Aha, aber du arbeitset schon noch?“

„Ja klar-was denkst du denn?“

Privatier kann sich jeder nennen, der sein Leben ausschliesslich privaten Interessen widmet ohne einen Gedanken an die monetäre Ausstattung verschwenden zu müssen.

Also Geld wie Heu hat. Wer keinen Gedanken an sein montaliches Auskommen verwendet, dabei aber KEIN Geld hat, ist einfach nur ein Lebemann.

Privatisieren bedeutet also nicht, dass man sich privat trifft.

Man kann auch nicht zusammen privatisieren.

Fremdwörter verführen einen geradezu, sich mit ihnen zu schmücken, sich durch ihre Nutzung aufzuwerten.

Doch wo viel Glanz, da lauert auch immer die Gefahr der Lächerlichkeit.

Der rasante Ferrari, der vor der grünen Ampel kläglich abgewürgt wird, die 20 cm Louboutins, die ihre ungeübte Trägerin zum latschenden Brontosaurier machen.

Hier ein paar wunderschöne Beispiele für Malapropismen aus der Welt des runden Leders:

Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert – Bruno Labbadia

Ja, der FC Tirol hat eine Obduktion auf mich – Peter Pacult

Das ist eine Deprimierung – Andreas Möller

Der Kloppo ist schon eine Initiative in Mainz – Benjamin Auer

Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Äh, Ich meinte: ein Quartett –Fritz Walter

Da gehe ich mit Ihnen ganz chloroform – Helmut Schön

Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert – Olaf Thon

Der arbeitet von morgens bis abends. So was nennt man im Volksmund, glaube ich, einen Alcoholic” – Rudi Völler

Das wundert mich nicht. Wir haben die Mannschaft ganz karibisch zusammengestellt – Klaus Hilpert

Who could have possibly envisioned an erection – an election in Iraq at this point in history? -George W. Bush, Washington, D.C., Januar 2005