Woher stammt eigentlich der Ausdruck-Krass?

„Ey, voll krass, die aufgedonnerte Alte da! Und der Schwachmat neben der-voll der Tatterich-voll Blamage ey!“

Klingt nach 2016, ist aber alles schon über 200 Jahre alt. Jedes Wort. Na gut. Früher hätte ein Jugendlicher etwas anders formuliert:

„Sieh dort, das stattliche Weib und daneben der krasse Philister!“

„Krass“ war ein überaus beliebter Kraftausdruck, im Sinne von grässlich.
Das Wort „krass“ entstammt aber eigentlich dem lateinischen crassus und bedeutet nichts anderes als fett. „Voll krass“ heisst also „voll fett“, das kennen wir auch. Latein ist ja die Grundlage für alle romanischen Sprachen, französisch, italienisch und spanisch. Und so erkennen wir im französischen Wort für fett gras oder grasse eben unser krass.

In New Orleans markiert der fette Dienstag, der Mardi gras, das Ende der Fresserei und am Aschermittwoch ist dann alles wieder vorbei.

Wer konnte im 17. und 18 Jahrhundert in Deutschland Latein? Na klar-die Akademiker.

Wörter wie Blamage, Schwachmatikus, paffen, krass, fidel, aufgedonnert, Tatterich, Ulk, mogeln oder pomadig verdanken wir dem Universitätsmilieu. Auch die Jugendlichen vor 200 Jahren wollten anders reden als die spießigen Stadtbürger und Kaufleute, die Philister und Ladenschwengel.