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Wer das Pech hat, in einem Betrieb mit einer echten Unkultur zu arbeiten, wird es irgendwann selbst erleben: Mobbing. Denn es trifft jeden. Von der cleaning woman bis zur oberen Führungsriege. Mobbing hat nichts mit echter Kritik am eigenen Arbeitsverhalten zu tun, sondern richtet sich ganz willkürlich an jeden, der den Intriganten in die Quere kommt. Hannovers erste Anlaufstelle in Sachen Mobbing ist Beate von Eisenhart. Sie rät:

Schaut euch die Machtverhältnisse innerhalb der Struktur an. Mobbing ist ein Spiel, das der Betroffene wohl oder übel mitspielt. 

Baut ein soziales Netzwerk innerhalb des Betriebes auf.

Besorgt euch ein ärztliches Gutachten.

Sucht einen fähigen Anwalt für Arbeitsschutz.

Hilfe kann auch darin bestehen, hocherhobenen Hauptes zu Vordertür hinauszugehen. Keine Angst vor Kündigung. Denn Kollegen, die im betrieblichen Klima der Entwertungskultur so richtig aufblühen, gönnt man den verpesteten Lebensraum, für mich selbst aber beanspruche ich ein anderes Verhältnis zum Mitmenschen. Entwertungstendenz entsteht immer aus einem extrem niedrigen Selbstwertgefühl heraus. Das Gegenteil von Selbstwert ist Minderwertigkeit. Unerträglich. Für diejenigen, die mit ihrem Minderwertigkeitsgefühl leben müssen. Wir bleiben entscheidungsfähig und aufmerksam: “Was hier passiert, ist nicht ok. Ich bin nicht verrückt. Das könnte Mobbing sein. Ich hole mir Hilfe, sobald ich sie brauche. Ich bin wachsam. Ich vertraue meiner Wahrnehmung.”

Wendet euch an die Telefonseelsorge, Profis beim Evangelischen Beratungszentrum Oskar-Winter-Strasse oder an Hannovers erste Adresse in der List Beate von Eisenhart.

 

Manche Menschen wünschen sich, einen Raum zu betreten und sofort halten alle Anwesenden den Atem an. Aber was macht dieses charismatische Auftreten aus? Ist es das schöne Kleid, sind es die lackierten Fingernägel, der perfekte Haarschnitt? Vielleicht auch das.

Es ist vor allem eins: Das Tempo des Schreitens: Dienstboten rennen, der König lässt rennen. Wer das Bad der Blicke geniesst, wer auch Neid und Hass aushält und weglächelt, kennzeichnet sich selbst als König, als Königin.

“Das kriege ich nie hin.”

“Doch, kriegst du. Das können wir trainieren. In jedem Menschen steckt ein Narziß.”

“Aber ist das charismatisch?”

Auf jeden Fall! Charisma wird als Wirkungsphänomen wahrgenommen. Es geht um die Wirkung verbaler und nonverbaler Botschaften. Für diese zuständig ist klassischerweise die Rhetorik. Auch der Demagoge – der Volksverhetzer, der Mitreisser, der Manipulator trainiert sich in Wort und Wirkung. Charisma bedeutet wörtlich im Altgriechischen zwar Gnadengabe, ist aber erlernbar, trainierbar. Jeder kann lernen, wie man einen Raum betritt, wie man sich geschickt vor der Kamera postiert, wie man eloquent redet, wie man unnervös, gelassen erscheint. Aber wirklich charismatische Menschen wie Mutter Theresa, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela schauen nicht auf sich selbst.

Wirkliches Charisma ist der Spiegel des Glücks in den Augen des Gegenübers.

“Wenn wir Ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen würden, dann bräuchten wir die Lieferung bis Ende des Monats. Können Sie dann liefern?”

Ungeschulte Verkäufer sagen jetzt JA.

Damit hat dann wieder der andere das Wort und darf entscheiden. Dieses kraftvolle Instrument der Entscheidungsgewalt gebt ihr natürlich nicht einfach aus der Hand!

Ihr wendet den Bumerang an:

“Wenn wir bis Ende des Monats garantiert liefern könnten, wären Sie dann genau jetzt in der Lage, die entsprechenden Formalitäten abzuwickeln?”

Und zack: habt ihr wieder fragend die Nase vorn und der andere den Zugzwang. Kleiner Nebeneffekt: Spiegeln und Pacen, also sich in Sprachtempo und Wortwahl auf das Gegenüber einstellen. Ihr bleibt im Jargon eures Verhandlungspartners. Wenn Herr Müller Weichmacher will, wenn, würde, könnte, kriegt er: wenn, würde, könnte.

 

“Eike, am Strand liegen, keine Windböe, kein lebensgefährlicher Sturm, Nessi – durch Budapest latschen, bei der Hitze!”

“Budapest.”

“Segeln.”

Sachargumente können noch so durchschlagend gut sein, unsere Mitmenschen sind einfach zu dumm, um zu erkennen, dass sie unrecht haben. Was macht also ein vernünftiger Mensch?
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