Beiträge

Manche Menschen wünschen sich, einen Raum zu betreten und sofort halten alle Anwesenden den Atem an. Aber was macht dieses charismatische Auftreten aus? Ist es das schöne Kleid, sind es die lackierten Fingernägel, der perfekte Haarschnitt? Vielleicht auch das.

Es ist vor allem eins: Das Tempo des Schreitens: Dienstboten rennen, der König lässt rennen. Wer das Bad der Blicke geniesst, wer auch Neid und Hass aushält und weglächelt, kennzeichnet sich selbst als König, als Königin.

“Das kriege ich nie hin.”

“Doch, kriegst du. Das können wir trainieren. In jedem Menschen steckt ein Narziß.”

“Aber ist das charismatisch?”

Auf jeden Fall! Charisma wird als Wirkungsphänomen wahrgenommen. Es geht um die Wirkung verbaler und nonverbaler Botschaften. Für diese zuständig ist klassischerweise die Rhetorik. Auch der Demagoge – der Volksverhetzer, der Mitreisser, der Manipulator trainiert sich in Wort und Wirkung. Charisma bedeutet wörtlich im Altgriechischen zwar Gnadengabe, ist aber erlernbar, trainierbar. Jeder kann lernen, wie man einen Raum betritt, wie man sich geschickt vor der Kamera postiert, wie man eloquent redet, wie man unnervös, gelassen erscheint. Aber wirklich charismatische Menschen wie Mutter Theresa, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela schauen nicht auf sich selbst.

Wirkliches Charisma ist der Spiegel des Glücks in den Augen des Gegenübers.

Imagekampagnen können aufgrund menschlichen Versagens gründlich danebengehen. EIN falsches Wort-und das wars und der Kunde im Laden fragt sich, ob die Strategen aus der Marketingabteilung noch alle Tassen im Schrank haben. Das jedenfalls mussten wohl die Spanier gedacht haben, die 1983 den neuen Geländewagen von Mitsubishi kaufen sollten.

Das Modell hieß Pajero. Namenspate war die südamerikanische Gebirgskatze Leopardus pajeros.

Dumm nur, dass “pajero” das spanische Vulgärwort für “Wichser” ist.

Mc Donalds schoss 1996 mit dem Arch Deluxe (phonetisch: Artsch dilax) oder den Arsch delüx den Vogel ab. Das ist angewandte Rhetorik.

Seit Aristoteles hat sich an diesen drei Eckpfeilern nichts geändert.

  1. der Charakter des Redners –Ethos
  2. der emotionale Zustand des Hörers und die Stimmung, die ich dort erzeuge –Pathos
  3. das Argument-Logos

Das Argument hielt Aristoteles für das wichtigste Mittel der Überzeugung. Vernunft sollte an erster Stelle stehen.

Die Welt wäre ein anderer Ort, könnten wir Menschen weitreichende Entscheidungen nach reiflicher Analyse treffen.

Du hast ein Problem – gleich weißt du auch, welches!

Eben noch glücklich und zufrieden, jage ich meinem potentiellen Kunden gleich einen kalten Schauer über den Rücken! Und womit? Mit Recht!
Ein bißchen Grausamkeit gehört schon dazu.

“Hallo Matthias, hast du schon mal über eine Rentenversicherung nachgedacht? Ich hätte da was Gutes auf Lager…”
“Ach Nessi, du weisst doch, wir Musiker..da denke ich drüber nach, wenn ich eine Rente brauche.”

Zu spät!!! Zu kurz gedacht. Was sagt man dann? Wenn Matthias es einfach nicht einsieht?
Ihr wirkt der statischen Situationsbeschreibung: “Ich bin jung und brauche keine Rente.”
mit der Zeitkomponente entgegen. Mit der Zeitachse kommt Vernunft ins Spiel.

“Mag ja sein, dass du JETZT IM MOMENT sehr zufrieden bist mit deinem Leben und die Kohle reicht. Denn klar bist du JETZT jung, aber tja..wie soll ich sagen?”
Auch an mir nagt der Zahn der Zeit?”
Besser hätte ich es nicht sagen können.”

Stimmtraining mit dem n, ebenso wie mit den anderen Nasenlauten m und ng sind für die Stimmhygiene besonders gut geeignet, weil man sie so schlecht schreien kann. Und weil sie die nasale Resonanz fördern. Was ist das? Ein Luftstrom, der die Stimmlippen zum Vibrieren bringt und damit zum Klingen gebracht wird, hat bereits eine physikalische Qualität-Sie erzeugen einen Ton mit seinen Schwingungen. Diese Schwingungen sind physikalisch nachweisbar in all seinen Frequenzen und-handelt es sich um einen Nasalen-eben auch in der Nase spürbar. Wenn Sie sich die Nase zuhalten, merken Sie, wieviel Luft tatsächlich durch Ihre Nase während dieses Tönens entweicht. Wir haben mit dem n einen Klang, der ebenso wie das ng nicht forciert werden kann ohne den freien Klang einzubüßen.

Leichtes freies in-Schwingung-kommen macht Ihre Stimme geschmeidig. Lassen Sie ein paar n`s tönen: Und jetzt in ein paar Worte einbetten:

anmelden, anmerken, unmöglich. Das n bitte dem m nicht angleichen. Formen Sie zwei gleichwertige Laute. Wozu? Sie wollen sich unmissverständlich artikulieren. Umgangssprachlich: anmelden, anmerken, unmöglich. Sauber ausgesprochen: an-melden, an-merken, un-möglich.

“Chef! Von der CeBit bringe ich interessante Ideen mit! Wir sollten dieses neue IT-System der Firma XY unbedingt übernehmen, um dem Markt der Zukunft gewachsen zu sein!”

Darüber gibt es doch noch gar keine Erfahrungswerte! Nein-wir investieren nicht in irgendein zufälliges Luftprodukt.”

“Aber ich habe es mir angesehen…”

“Herr Meier! Ich will Zahlen! Keine Begeisterung! Und kommen Sie das nächste Mal pünktlich!!”

Was nervt uns am pedantischen Chef?

Der Pedant braucht festgelegte Abläufe wie die Luft zum Atmen.

Ordnungsliebe hin oder her-zwanghaftes Festhalten an Regeln und Prinzipienreiterei führen ein Unternehmen nicht zum Erfolg. Pedanten sind übervorsichtig, geizig, kontrollsüchtig und unflexibel. Super! Für die Steuererklärung!

Wie spricht der Strukturierte?

“Das haben wir schon immer so gemacht.”

“Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder das macht, was er will!”

“Pünktlichkeit, Disziplin!”

Welche Antworten hasst er?

Jegliche Konjunktive-könnte, würde, hätte

Was würde dem Pedanten gut tun?

Raus aus dem ewigen Trott und mal etwas ganz Verrücktes machen-zum Beispiel in ein underground Konzert gehen. Wer jeden Tag die gleichen Wege geht, erlebt nichts Neues. Tolle Ideen entstehen nur, wenn man der Möglichkeit, dem Durcheinander bewusst Raum gibt. Wilhelm Röntgen entdeckte die Strahlen nur durch Zufall. Führung bedeutet Raum geben- den Mitarbeitern ein gewisses Maß an Freiheit und Eigenverantwortlichkeit anvertrauen.

Was gefällt uns am Strukturierten?

Auch in emotionalen Auseinandersetzungen bleibt der Pedant gelassen, da ausschliesslich Fakten zählen. Sachlichkeit kann angespannte Situationen sehr beruhigen. Pedantische Menschen sind ausdauernd, fleißig, konsequent, planvoll und verantwortungsbewusst. Man kann auf sie bauen. Eigentlich ein dufter Typ! Wäre er halt nicht der Chef.

Wie bleiben Sie bei diesem Chef gesund?

Das ist Ihre Entscheidung-sind Sie Teil des Problems oder sind Sie Teil der Lösung?

Handlungsfähig jedenfalls macht uns der wertschätzende Blick auf Stärken:

Also:

Was kann der Pedant?

Den Überblick behalten und Details geduldig planen. Sein hohes Maß an Sachlichkeit lässt ihn auch unübersichtliche Situationen unaufgeregt analysieren.

Was kann er nicht?

Neue Wege beschreiten und innovative Gedanken ertragen.

Also: Tun Sie das für ihn!

“Chef, auf der CeBit habe ich ein sehr vielversprechendes neues Produkt entdeckt. Ich habe da mal recherchiert-bereits drei japanische Firmen haben auf diese software umgestellt und in den ersten drei Monaten ihre Effizienz um ca. 30% gesteigert.”

“Das klingt interessant.”

“Ja, die Zahlen, Daten, Fakten sprechen für sich. Die Vorteile für uns liegen klar auf der Hand.”

” Herr Meier, das gefällt mir-ich sehe, wir verstehen uns.”