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Mobbing hat viele Fratzen. Um sich zu wehren, bedarf es weniger rhetorischer Finesse als glasklarer Kommunikation mit dem direkten Aggressor oder dem Aufbau eines sozialen Netzwerkes im Hintergrund. Erkundigt euch bei eurem Betriebsrat, wie die Machtverhältnisse aussehen. Fühlt mit Fingerspitzengefühl beim Personalrat vor: wer steht hinter mir? Gibt es Gleichstellungsbeauftragte? Habe ich einen guten Anwalt? Erstellt der Betriebsarzt ein Gutachten oder gehe ich zu meinem Hausarzt?

Mobbing bedroht die Gesundheit und das muss attestiert werden, sonst erkennt die Arbeitsagentur die Kündigung nicht an. Lasst euch niemals auf einen Aufhebungsvertrag ein. Dann bekommt ihr kein Arbeitslosengeld. Mobbing bedarf anwaltlicher Beratung. Sind wir gekränkt, fallen wir von einem Extrem zum anderen. So etwas wie einen Normalzustand leben wir gar nicht mehr. Das trägt zusätzlich zu der nach innen gewandten Depression bei und verstärkt genauso unsere Wut, unsere Verzweiflung: “Das ist doch kein Leben mehr!”

Hannovers Urgestein für Mobbingfälle sitzt in der List. Beate von Eisenhart berät Betroffene seit über 20 Jahren.

Argumentations-Aikido-Sofort-Trick frei nach dem Motto: Ich trau mich nicht, aber ich mache es trotzdem: mit Glacé-Handschuhen zum Personalrat! Bitte nicht ins Kampfgetümmel stürzen. Nicht selbst intrigieren!

“Schon wieder so ein total unrhetorischer Tipp..”

“..was immer Glacé ist..”

“Was Hannovers Mobbing-Urgestein noch…Nessi, das kann ich doch nicht sagen? Ich mein so – Urgestein, ne…”

“Doch, hat sie selbst gesagt.”

“Ok. Ich sag aber jetzt den Namen…”

“Auch gut..”

“Was Beate von Eisenhart zum Thema Mobbing noch sagt, das erfaht ihr am nächsten Montag.”

 

 

Imagekampagnen können aufgrund menschlichen Versagens gründlich danebengehen. EIN falsches Wort-und das wars und der Kunde im Laden fragt sich, ob die Strategen aus der Marketingabteilung noch alle Tassen im Schrank haben. Das jedenfalls mussten wohl die Spanier gedacht haben, die 1983 den neuen Geländewagen von Mitsubishi kaufen sollten.

Das Modell hieß Pajero. Namenspate war die südamerikanische Gebirgskatze Leopardus pajeros.

Dumm nur, dass “pajero” das spanische Vulgärwort für “Wichser” ist.

Mc Donalds schoss 1996 mit dem Arch Deluxe (phonetisch: Artsch dilax) oder den Arsch delüx den Vogel ab. Das ist angewandte Rhetorik.

Seit Aristoteles hat sich an diesen drei Eckpfeilern nichts geändert.

  1. der Charakter des Redners –Ethos
  2. der emotionale Zustand des Hörers und die Stimmung, die ich dort erzeuge –Pathos
  3. das Argument-Logos

Das Argument hielt Aristoteles für das wichtigste Mittel der Überzeugung. Vernunft sollte an erster Stelle stehen.

Die Welt wäre ein anderer Ort, könnten wir Menschen weitreichende Entscheidungen nach reiflicher Analyse treffen.

Worte und deren Klang vermitteln Gefühle, in der Werbung natürlich nur gute Gefühle. Wer sich gut fühlt, kauft.

Besonders kunstvolle Slogans ziehen uns unwiderstehlich in ihren Bann und beeindrucken-als handwerkliche Meisterwerke-gleichzeitig unseren Verstand.

Gemütlichkeit: Sahne Joghurt von Zott-Hinein ins Weekend feeling

Tradition und persönliche Aufwertung: Werthers Echte-Originalrezept seit 100 Jahren- Mein Enkel ist nämlich auch etwas ganz Besonderes

Tradition und Glaubwürdigkeit: Leibniz Kekse- Das Original-Nur echt mit 52 Zähnen

Selbstverwirklichung und Individualität: Harley Davidson-Lebe Deinen Traum oder

Apple-Think different

Zielgruppenspezifisches Herdengefühl: Continental Reifen- the Future in motion-im Zusammenschluss mit Fußball. Autos und Fußball.

Es soll zwar auch Frauen geben, die Auto fahren und Fußball gucken und sogar spielen, aber die sind für Continental anscheinend keine Käufer.

Worte, Emotionen und Käuferprofilschärfung-das alles ist rhetorisches Terrain.

Imagekampagnen können aber auch so richtig ins Auge gehen.

“Herr Meier!!! Sie sind ja völlig unfähig! Sie ruinieren das Geschäft!”

“Nächtelang habe ich an diesem Projekt getüftelt und Sie beleidigen mich!”

“Ich Sie beleidigen? Ich bin Ihr Chef, ich rede, wie ich will!”

Was nervt uns am cholerischen Chef?

Mag sein, dass er zurecht Kritik äussert, aber unkontrollierte Aggressivität, geringe Frustrationstoleranz, mangelnde Wertschätzung und Respektlosigkeit muss niemand ertragen.

Wie spricht der Choleriker?

Brüllend und beleidigend. Angemessene Kritik weiß er gut zu verbergen.

Welche Antworten hasst er?

Egal. Alle.

Was würde dem Choleriker gut tun?

Ein Segeltörn mit Sturm-denn schlechtes Wetter ist kein persönlicher Angriff und kann auf hoher See nur im Team bewältigt werden. Brüllen hilft da gar nichts.

Was gefällt uns am cholerischen-Typ?

Sehr wenig-selten nachtragend und im besten Falle durchsetzungsstark mit vollem Einsatz für die Sache. Er übernimmt Verantwortung und hält Widerstände aus.

Wie bleiben Sie bei diesem Chef gesund?

Ungezügelte Aggressionen des Chefs machen Mitarbeiter krank- dieser Chef schadet dem Unternehmen. Der Choleriker lässt sich aber leicht mit einem rhetorischen Kniff überrumpeln.

Denn-was kann er nicht?

Menschen wahrnehmen, Respekt zeigen, Rhetorik.

Also:

Tun Sie das für ihn!

Rufen Sie sich als Mensch in Erinnerung und animieren Sie zum Denken-mit der provokativen Intervention:

“Herr Meier!!! Sie sind ja völlig unfähig! Sie ruinieren das Geschäft!”

“Sie haben ja so recht! Endlich spricht jemand die Wahrheit aus. Seit 25 Jahren versuche ich, das Unternehmen schnellstmöglich in den Ruin zu treiben.”

“Ähh. Machen Sie Witze?”

“Ja. Bitte lassen Sie uns den letzten Punkt nochmal besprechen.”

Hand aufs Herz – wem hören Sie wirklich gerne zu?

Gemeinerweise hören wir Menschen ja besonders den Menschen gerne zu, die es uns leicht machen ihnen zuzuhören, indem sie genau das aussprechen, was wir bereits wissen. Indem sie unseren geheimsten Wünschen Raum geben. Der Wunsch nach Sicherheit, Schutz und Orientierung zum Beispiel ist uns allen gemeinsam. Zwar in unterschiedlicher Ausprägung, aber wir alle brauchen ein gewisses Maß an Verlässlichkeit.

Genauso verhält es sich mit Freundschaft/Partnerschaft, denn ganz ohne Bezug zu anderen kann der Mensch nicht sein.

Drittens Selbstverwirklichung, persönliche Freiheit, Entfaltung, Selbstverwirklichung und Anerkennung. Zwar kennen wir unsere tiefsten Wünsche meistens selbst ganz gut, aber nicht immer ist uns klar, dass es mehr als einen Weg gibt, sie zu erfüllen.

Ja, es gibt win-win-Lösungen. Vielleicht sind das keine schnellen Lösungen. Aber ein Kompromiss ist immer ein win-lose. Und das muss man wirklich wollen, das dürfen wir niemanden mit den Worten “Du musst eben kompromissbereit sein.” aufzwingen. Niemand muss sich mit einem Verlust, einer Nichtwürdigung seines Herzenswunsches nach Sicherheit, Entfaltung oder Selbstverwirklichung gezwungenermassen zufrieden geben. Das geht nur freiwillig.

Es gibt immer Wege, alle auf ihre Kosten kommen zu lassen. Nämlich im Einklang mit anderen Beteiligten Personen, die ja auch Menschen mit denselben Bedürfnissen sind. Ein Konflikt entsteht immer nur dann, wenn die Interessen einer Seite nicht berücksichtigt werden. Die Geschichte ist voll mit der Revolutionen Unterdrückter. Machtergreifungen dadurch erst möglich gemacht. Die Macht der Unterdrückten. Endlich steht dort oben jemand und predigt für uns.

Die allerwenigsten Machtergreifer nutzen dieses älteste aller Manipulationsinstrumente “Du sprichst mir aus der Seele!” zum Wohle der Weltgemeinschaft. Manipulation ist allgegenwärtig, Macht kann GEnutzt oder BEnutzt werden. Und viel zu oft wird sie missbraucht.