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“Herr Meier!!! Sie sind ja völlig unfähig! Sie ruinieren das Geschäft!”

“Nächtelang habe ich an diesem Projekt getüftelt und Sie beleidigen mich!”

“Ich Sie beleidigen? Ich bin Ihr Chef, ich rede, wie ich will!”

Was nervt uns am cholerischen Chef?

Mag sein, dass er zurecht Kritik äussert, aber unkontrollierte Aggressivität, geringe Frustrationstoleranz, mangelnde Wertschätzung und Respektlosigkeit muss niemand ertragen.

Wie spricht der Choleriker?

Brüllend und beleidigend. Angemessene Kritik weiß er gut zu verbergen.

Welche Antworten hasst er?

Egal. Alle.

Was würde dem Choleriker gut tun?

Ein Segeltörn mit Sturm-denn schlechtes Wetter ist kein persönlicher Angriff und kann auf hoher See nur im Team bewältigt werden. Brüllen hilft da gar nichts.

Was gefällt uns am cholerischen-Typ?

Sehr wenig-selten nachtragend und im besten Falle durchsetzungsstark mit vollem Einsatz für die Sache. Er übernimmt Verantwortung und hält Widerstände aus.

Wie bleiben Sie bei diesem Chef gesund?

Ungezügelte Aggressionen des Chefs machen Mitarbeiter krank- dieser Chef schadet dem Unternehmen. Der Choleriker lässt sich aber leicht mit einem rhetorischen Kniff überrumpeln.

Denn-was kann er nicht?

Menschen wahrnehmen, Respekt zeigen, Rhetorik.

Also:

Tun Sie das für ihn!

Rufen Sie sich als Mensch in Erinnerung und animieren Sie zum Denken-mit der provokativen Intervention:

“Herr Meier!!! Sie sind ja völlig unfähig! Sie ruinieren das Geschäft!”

“Sie haben ja so recht! Endlich spricht jemand die Wahrheit aus. Seit 25 Jahren versuche ich, das Unternehmen schnellstmöglich in den Ruin zu treiben.”

“Ähh. Machen Sie Witze?”

“Ja. Bitte lassen Sie uns den letzten Punkt nochmal besprechen.”

“Herr Meier, gestern auf der Messe habe ich von einer super effektiven Innovation gehört! Die müssen wir hier unbedingt auch einführen!”

“Nicht schon wieder ein neues Projekt! Wir sind mit der Planung der letzten Software-Einführung noch nicht mal ansatzweise durch!”

“Seien Sie doch mal offen für Neues!”

“Auf meinem Schreibtisch stapelt sich die Arbeit.”

“Anscheinend sind Sie den Aufgaben nicht gewachsen.”

Was nervt uns am chaotischen Chef?

Heute dies morgen das. Mit halbgaren Aufträgen sitzt ihr dann da!

Projektmanagement ist das Hasswort.

O-Ton Chaot:

“Tolle Idee! Wahnsinns Vision! Ich sehe es vor mir!”

“Das entscheide ich aus dem Bauch heraus.”

Welche Antworten hasst er?

“Nicht schon wieder was Neues!”

“Wir haben das letzte Projekt noch nicht zu Ende geführt.”

Was gefällt uns am Chaos-Typ?

Die Spontaneität-der Visionär hat keine Angst vor Neuem und heimlich wärmen wir uns an der Flamme der Begeisterung.

Wie kommt ihr mit dem Chaoten klar?

Behaltet den Überblick, arbeitet step by step ab:

“Herr Meier, gestern auf der Messe habe ich von einer super effektiven Innovation gehört! Die müssen wir hier unbedingt auch einführen!”

“Wann wollen wir uns dafür zusammensetzen? Und-soll ich dann die Projektplanung übernehmen?”

“Ja, das wäre mir sehr lieb, wunderbar, dass Sie mitdenken!”

“Die Gesamtumsetzung kann aber dauern. Jetzt sind wir ja gerade mit der neuen Maschinen-Technik beschäftigt. Über das neue Projekt müsste ich dann auch erst mal mit der Entwicklungschefin Frau Dr. Müller sprechen.”

“Sehr gut, ich sehe, Sie haben den Ablauf im Kopf. Wann denken Sie, kann denn das neue Projekt starten….?”

“Hallo Chef. Im Laufe der letzten Wochen konnten wir in der Abteilung feststellen, dass der workflow nicht so lief wie erhofft. Ich habe mir da etwas überlegt, und zwar könnten wir…”

ICH WERDE MIR EINE LÖSUNG ÜBERLEGEN UND SIE DANN DARÜBER IN KENNTNIS SETZEN, schließlich trage ICH DIE VERANTWORTUNG, ALSO GEBE ICH DIE ANWEISUNGEN UND SIE FÜHREN sie AUS.”

Was nervt uns am autoritären Chef?

Die Allmachtsfantasie. Kann alles-macht alles! Vor allem andere platt.

Wie bleibt man bei diesem Chef gesund?

oder vielmehr: Wie bleibt dieser Chef gesund? Denn dass er seine Kräfte überschätzt und gnadenlos ausbeutet, führt IHN zum Herzinfarkt. Nicht uns.

Wenn euer Arbeitsumfeld es zulässt, übt professionelle Kritik an eurem autoritären Chef-er ist überfordert und strampelt sich ab!

“Hallo Chef. Im Laufe der letzten Wochen konnten wir in der Abteilung feststellen, das der workflow nicht so lief wie erhofft. Ich habe mir da etwas überlegt, und zwar könnten wir…”

ICH WERDE MIR EINE LÖSUNG ÜBERLEGEN UND SIE DANN DARÜBER IN KENNTNIS SETZEN, schliesslich trage ICH DIE VERANTWORTUNG.”

“Natürlich Chef, das ist doch klar. Darf ich Ihnen unseren Vorschlag dennoch auf den Schreibtisch legen? Vielleicht gefällt er Ihnen ja. Dann hätten Sie schon wieder etwas Zeit gespart!”

Hand aufs Herz – wem hören Sie wirklich gerne zu?

Gemeinerweise hören wir Menschen ja besonders den Menschen gerne zu, die es uns leicht machen ihnen zuzuhören, indem sie genau das aussprechen, was wir bereits wissen. Indem sie unseren geheimsten Wünschen Raum geben. Der Wunsch nach Sicherheit, Schutz und Orientierung zum Beispiel ist uns allen gemeinsam. Zwar in unterschiedlicher Ausprägung, aber wir alle brauchen ein gewisses Maß an Verlässlichkeit.

Genauso verhält es sich mit Freundschaft/Partnerschaft, denn ganz ohne Bezug zu anderen kann der Mensch nicht sein.

Drittens Selbstverwirklichung, persönliche Freiheit, Entfaltung, Selbstverwirklichung und Anerkennung. Zwar kennen wir unsere tiefsten Wünsche meistens selbst ganz gut, aber nicht immer ist uns klar, dass es mehr als einen Weg gibt, sie zu erfüllen.

Ja, es gibt win-win-Lösungen. Vielleicht sind das keine schnellen Lösungen. Aber ein Kompromiss ist immer ein win-lose. Und das muss man wirklich wollen, das dürfen wir niemanden mit den Worten “Du musst eben kompromissbereit sein.” aufzwingen. Niemand muss sich mit einem Verlust, einer Nichtwürdigung seines Herzenswunsches nach Sicherheit, Entfaltung oder Selbstverwirklichung gezwungenermassen zufrieden geben. Das geht nur freiwillig.

Es gibt immer Wege, alle auf ihre Kosten kommen zu lassen. Nämlich im Einklang mit anderen Beteiligten Personen, die ja auch Menschen mit denselben Bedürfnissen sind. Ein Konflikt entsteht immer nur dann, wenn die Interessen einer Seite nicht berücksichtigt werden. Die Geschichte ist voll mit der Revolutionen Unterdrückter. Machtergreifungen dadurch erst möglich gemacht. Die Macht der Unterdrückten. Endlich steht dort oben jemand und predigt für uns.

Die allerwenigsten Machtergreifer nutzen dieses älteste aller Manipulationsinstrumente “Du sprichst mir aus der Seele!” zum Wohle der Weltgemeinschaft. Manipulation ist allgegenwärtig, Macht kann GEnutzt oder BEnutzt werden. Und viel zu oft wird sie missbraucht.

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Malen Sie sich das Schlimmste aus, das passieren kann.

Sie stolpern auf offener Bühne. Sie kriegen einen Lachanfall. In der ersten Reihe schläft jemand. Jemand in der zweiten Reihe horcht an seiner Uhr. Sie haben einen Frosch im Hals. Sie haben die Moderationskarten durcheinander gebracht. Sie haben die Karten zuhause vergessen. Sie haben die Karten auf den Boden geschmissen. Die Technik funktioniert nicht. Sie haben einen Schluckauf. Die Hose steht offen. Rote Flecken im Gesicht. Schweissflecken unter den Armen.

Davon wird Ihnen sicher etwas widerfahren. ETWAS! Nicht ALLES auf einmal.

Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Zuhörer auch “nur” Menschen sind und Ihnen verzeihen werden.

Was ausser blindem Vertrauen könnte Sie noch stärken?

Wenn Sie sich in den Worten Erst verstehen, dann verstanden werden
 in Ihrer kommunikativen Grundeinstellung wiederfinden, dann haben Sie doch eigentlich schon gewonnen. Wenn wir mit der Absicht zuhören, andere zu verstehen, statt mit der Absicht zu antworten, selbst zu reden, dann beginnen wir mit wirklicher Kommunikation und dem wahren Aufbau von Beziehungen. Auch im Monolog des Vortrags. Dann gibt es mehr Chancen, offen zu sprechen und verstanden zu werden. Verstehen zu wollen erfordert Rücksicht; verstanden werden zu wollen verlangt Mut.

Dritte stärkende Idee: Glaubenssätze

Zum Beispiel Bachblüte Nr. 7 Chestnut Bud Ich sehe sehr wachsam in diese Welt. Ich lerne.

Bachblüte Nr. 33 Walnut Ich glaube an mich. Ich finde und gehe meinen Weg. Zuversicht und Sicherheit sind meine Stärken.

Im Übrigen: Wer Schwächen und Lücken nicht verzeihen kann, sondern sich daran auch noch berauscht – der soll`s doch bitte erstens besser machen und zweitens dringend Nachhilfe in Grossherzigkeit nehmen. Und ansonsten zuhause bleiben. Bei Ihren vergessenen Karten. Oder woanders.