Beiträge

Wie man Verbindung herstellt ohne sich anzubiedern: Das Lächeln am Telefon

Ähnlich wie beim Radiosender lässt sich auch am Telefon Einiges an der Stimme ablesen. Der Unterschied zwischen einem Jugendsender und Klassik Radio könnte nicht grösser sein. Die Zielsetzungen-frische, gute Laune verbreiten einerseits und Beruhigung, innere Einkehr durch Zuhören auf der anderen Seite, können unterschiedlicher nicht sein. Beide drücken ihre Wertschätzung aus.  Mehr Kontrolle über die eigenen Klangfarben erspart Ihnen ungewollte und nicht kalkulierbare Reaktionen. Wie gut könnnen Sie Ihr Stimmtimbre kalkulieren? Wie klar ist Ihre Kommunikation bereits?

Machen Sie doch mal selbst den Test: Nehmen Sie sich mit Ihrem Handy auf. Lesen Sie einen Text, der in Reichweite liegt.

Runde 1: Lesen Sie laut vor und ziehen Sie bewusst die Mundwinkel nach unten, so als hätten Sie schlechte Laune.

Runde 2: Lesen Sie laut vor und bleiben Sie ganz neutral, sozusagen erwachsen, sachlich.

Ich schwöre Ihnen, Sie werden kaum einen Unterschied hören.

Es ist unglaublich, was unsere Mimik im Gespräch noch miterzählt. Wer sachlich und nicht unfreundlich (freundlich würde ja schon ein Lächeln bedeuten) spricht, klingt für uns sehende Gesprächspartner sehr eindeutig mit uns verbunden und uns zugewandt.

Sehen wir aber unseren Gesprächspartner nicht, hören wir einen fast motzigen Ton.

Zurück zu Ihrem Experiment: Würden Sie der Person aus Runde 2 vertrauen? Etwas abkaufen? Wahrscheinlich eher nicht, denn um sich eingeladen zu fühlen, brauchen wir eine hörbare Einladung. Und die produzieren Sie mit einem einfachen Trick:

Runde 3: Sie lächeln froh und heiter während des Vorlesens.

Froh und heiter! Nicht hysterisch angefixt. Das können Sie gerne in einer vierten Runde mal ausprobieren.

Das Lächeln am Telefon ist entgegen des üblichen japanischen Verbeugens, hierarchisch an den unsichtbaren Gesprächspartner angepasst, kein deutscher Brauch, kommt aber immer mehr auch bei uns an. Denn das ist es, was wir im Service brauchen: Die hörbare Aufmerksamkeit. Keine aufgesetze Freundlichkeit. Durch das Lächeln heben sich automatisch die Augenbrauen. Diese Muskelkombination lässt den weichen Gaumen heben, der Mundraum weitet sich-nicht viel, aber genug, um einen ganz anderen, frischeren, aufgeweckteren, interessierteren Eindruck zu vermitteln.

Meilenstein als pdf

Menschen scannen in Sekundenbruchteilen die Glaubwürdigkeit und die Souveränität eines Redners ab.

Dabei schauen wir auf alle körpersprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten. Wichtig ist daher, dass wir uns unserer Bewegungen bewusst sind. Nervosität zeigt sich in vielen kleinen Dingen. Nervosität wird uns Rednern immer verziehen – nicht aber, wenn wir keine Nähe zum Publikum eingehen wollen.

Wenn wir uns als Mensch nicht sichtbar machen wollen, wenn wir unsere Gefühle, unseren Standpunkt das Vortragsthema betreffend verborgen halten.

Durchlässigkeit und Integrität sind hier die Fähigkeiten, die stetig wachsen.

Durchlässig ist, wer sich von seinem Vortragsthema (bis zu einem geschmackvollen Grad) hinforttragen lässt, der sich begeistert und der seine Freude auch offen zeigt.

„Dann mach ich mich doch zum Affen!“ höre ich dann immer wieder.

Naja. Angst ist auf der Bühne ein schlechter Berater. Wer sich nicht nackt in die Öffentlichkeit begeben möchte, hat immer die Wahl, nicht in die Sauna zu gehen. Die Wahl, eine Bühne zu betreten, haben wir jedoch nicht immer.

Auf der Bühne gilt nur und ausschliesslich Mut. Nicht Perfektion.

„Nicht gut machen – MACHEN.“ sagte Peter Meinhardt, ein lieber Freund, begnadeter Lehrer und seines Zeichens Professor a. D. für Schauspiel an der Hochschule für Theater und Musik Hannover.

Für Mut und für Ihre echten, sichtbaren Stimmungen-Emotionen, wenn Sie es so nennen wollen, belohnt Sie Ihr Publikum.

Warum?

Identifikation! Eine Zuhörerschaft besteht aus Individuen. Jedes Individuum möchte am liebsten sich selbst erkennen-auch in dem Redner da vorne. Wir Zuhörer möchten auf die Reise mitgenommen werden und nicht permanent mit den Unzulänglichkeiten der Nervosität konfrontiert werden.

Schlussgedanke:

Wer sich für seinen Applaus nicht angemessen bedankt, ohrfeigt das Publikum.

Laden Sie hier Ihren Meilenstein als pdf herunter.

Der Nebelwerfer

 Führt genau wie der Partisan aufs Glatteis.

Verhandlungstisch, Argumente fliegen hin und her. Irgendwann ist alles gesagt, eure Argumente waren stichhaltig. Eigentlich alles in Butter. Bis euer Gesprächs“partner“ denkt:

„O nein! Kampflos verlasse ich nicht dieses Schlachtfeld. Ich werde vom Thema ablenken, plötzlich das Thema überhaupt ganz wechseln, erfinde Statistiken. Noch besser: ich fordere Gespräche mit Experten!“

Feel like a rock: Brückensatz und offene Frage: „Sehr interessante Fragestellung. Inwiefern ist dieser Fakt wichtig?“

Gerne auch entlarven: „Ich glaube, an dieser Stelle verwirren sich unsere Gedanken. Ich schlage eine Pause vor.“

Der Nebelwerfer ist genau wie der Partisan als Stresstest zu verstehen. Unfaire Techniken dienen dazu, berechtigte Minderwertigkeitskomplexe und Kompetenzmangel zu verdecken – Beispiel Trump.

„Habt ihr schon das Neueste von unserem Matthias gehört?“

„Nee, was, sag!“

„Da hat der doch letztens ..murmel murmel..“

„Hallo!“

–Betretenes Schweigen –

Unsere Wahrnehmung funktioniert goldrichtig. Das war eine Beleidigung. Jetzt bloss nicht in die Defensive drängen lassen. Der Gegner reibt sich die Hände wenn ihr denkt: „… ich habs ja auch nicht besser verdient…“ Damit werten wir uns selbst innerlich ab. Grübel ist Übel. Also: Mithilfe eines Kommunikationsprofis wirren Gedankensalat ENTwirren.

Betriebsinterner Sozialdienst, Telefonseelsorge oder die Profis beim Evangelischen Beratungszentrum Oskar-Winter-Strasse helfen gern.

Im geschützten Raum könnt ihr euch dann gemeinsam mit eurem Berater eine Strategie zur Gegenwehr überlegen und Punkt für Punkt abarbeiten. Argumentations-Aikido-Sofort-Trick frei nach dem Motto: Ich trau mich nicht, aber ich mache es trotzdem: der Gang zum Betriebsarzt. Lasst euch niemals hineinziehen in das Machtspiel. Das wollen die Gegener nur. Und wir wissen nicht, wer mit wem klüngelt. Nicht zum Vorgesetzten gehen und sich beschweren.

 

 

 

 

 

Erfolg will jeder haben. Aber tut ihr auch genug dafür?

Hand aufs Herz. Veränderung kostet Überwindung. Überwindung ist ein reiner Kraftakt. Raus aus der Gewohnheit, raus aus dem Hamsterrad, raus aus der Komfortzone. Meckern und Träumen ist leichter, klar. „Ziele ohne Plan sind Träume“ sagt Antoine de Saint-Exupéry. Wenn ihr aber etwas ändern wollt, braucht ihr einen Plan und Motivation. Und sehr viel Willen, es jeden Tag aufs Neue zu versuchen. Wenn wir uns unzufrieden in unserem Leben fühlen, festgefahren, der täglichen Routine überdrüssig, dann ist das ein ernst zu nehmendes Warnsignal des Körpers, dass die Seele auch ein Bedürfnis hat und seit langer Zeit nicht mehr auf ihre Kosten kommt.

„Seele? Bedürfnisse? Bin ich Gandhi? Meckern erleichtert doch auch.“

Macht aber nicht erfolgreich. „Forcing yourself to be uncomfortable“ – „Zwing dich zur neuen Gewohnheit“ sagt Mel Robbins, Amerikas bekannteste Motivationstrainerin.

Egal, was wir ändern müssen, es kostet unglaublich viel Kraft. Wir müssen uns selbst dazu zwingen. Den ersten Schritt zu tun. Und den zweiten. Hoffen, dass es beim Dritten schon leichter fällt. Und immer weiter gehen, Schritt für Schritt.