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Manche Menschen wünschen sich, einen Raum zu betreten und sofort halten alle Anwesenden den Atem an. Aber was macht dieses charismatische Auftreten aus? Ist es das schöne Kleid, sind es die lackierten Fingernägel, der perfekte Haarschnitt? Vielleicht auch das.

Es ist vor allem eins: Das Tempo des Schreitens: Dienstboten rennen, der König lässt rennen. Wer das Bad der Blicke geniesst, wer auch Neid und Hass aushält und weglächelt, kennzeichnet sich selbst als König, als Königin.

„Das kriege ich nie hin.“

„Doch, kriegst du. Das können wir trainieren. In jedem Menschen steckt ein Narziß.“

„Aber ist das charismatisch?“

Auf jeden Fall! Charisma wird als Wirkungsphänomen wahrgenommen. Es geht um die Wirkung verbaler und nonverbaler Botschaften. Für diese zuständig ist klassischerweise die Rhetorik. Auch der Demagoge – der Volksverhetzer, der Mitreisser, der Manipulator trainiert sich in Wort und Wirkung. Charisma bedeutet wörtlich im Altgriechischen zwar Gnadengabe, ist aber erlernbar, trainierbar. Jeder kann lernen, wie man einen Raum betritt, wie man sich geschickt vor der Kamera postiert, wie man eloquent redet, wie man unnervös, gelassen erscheint. Aber wirklich charismatische Menschen wie Mutter Theresa, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela schauen nicht auf sich selbst.

Wirkliches Charisma ist der Spiegel des Glücks in den Augen des Gegenübers.

Hand aufs Herz – wem hören Sie wirklich gerne zu?

Gemeinerweise hören wir Menschen ja besonders den Menschen gerne zu, die es uns leicht machen ihnen zuzuhören, indem sie genau das aussprechen, was wir bereits wissen. Indem sie unseren geheimsten Wünschen Raum geben. Der Wunsch nach Sicherheit, Schutz und Orientierung zum Beispiel ist uns allen gemeinsam. Zwar in unterschiedlicher Ausprägung, aber wir alle brauchen ein gewisses Maß an Verlässlichkeit.

Genauso verhält es sich mit Freundschaft/Partnerschaft, denn ganz ohne Bezug zu anderen kann der Mensch nicht sein.

Drittens Selbstverwirklichung, persönliche Freiheit, Entfaltung, Selbstverwirklichung und Anerkennung. Zwar kennen wir unsere tiefsten Wünsche meistens selbst ganz gut, aber nicht immer ist uns klar, dass es mehr als einen Weg gibt, sie zu erfüllen.

Ja, es gibt win-win-Lösungen. Vielleicht sind das keine schnellen Lösungen. Aber ein Kompromiss ist immer ein win-lose. Und das muss man wirklich wollen, das dürfen wir niemanden mit den Worten „Du musst eben kompromissbereit sein.“ aufzwingen. Niemand muss sich mit einem Verlust, einer Nichtwürdigung seines Herzenswunsches nach Sicherheit, Entfaltung oder Selbstverwirklichung gezwungenermassen zufrieden geben. Das geht nur freiwillig.

Es gibt immer Wege, alle auf ihre Kosten kommen zu lassen. Nämlich im Einklang mit anderen Beteiligten Personen, die ja auch Menschen mit denselben Bedürfnissen sind. Ein Konflikt entsteht immer nur dann, wenn die Interessen einer Seite nicht berücksichtigt werden. Die Geschichte ist voll mit der Revolutionen Unterdrückter. Machtergreifungen dadurch erst möglich gemacht. Die Macht der Unterdrückten. Endlich steht dort oben jemand und predigt für uns.

Die allerwenigsten Machtergreifer nutzen dieses älteste aller Manipulationsinstrumente „Du sprichst mir aus der Seele!“ zum Wohle der Weltgemeinschaft. Manipulation ist allgegenwärtig, Macht kann GEnutzt oder BEnutzt werden. Und viel zu oft wird sie missbraucht.

„Das Spiel ist das erste Serum, das der Mensch gegen die Angst erfand.“  

Jean-Louis Barrault

Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Mädchen und Jungen, sowohl in Führungsebenen als auch bereits bei den Wurzeln – in der Schule – ist ein hohes Ziel, das häufig nicht gelebt wird.

Das liegt nicht nur an der inneren Einstellung der Akteure sondern auch an den Missverständnissen in der Kommunikation miteinander.

Um zu verhindern, dass Frauen im öffentlichen Miteinander speziell mit Männern aber auch mit Frauen eklatante Fehler begehen, lohnt sich ein professioneller Blick auf das körpersprachliche Verhalten.

Der Blick auf das WIE, bevor das WAS und das WOMIT, also die Vermittlung von klar und logisch aufbereiteten Inhalten, angegangen werden kann.

Körpersprache ist Kommunikation. Jegliche Regung unseres Geistes projizieren wir im Körper oder an seiner Oberfläche, sei es lediglich ein Impuls eines Gedanken oder ein Erröten. Wir haben keinen Körper, wir sind unser Körper.
Unsere Stimme ist dabei unser tragendes Signal nach außen.
Durch die Tonlage und unsere Art zu sprechen wirken wir auf unser Gegenüber unmittelbar ein. Die unterschiedlichen Situationen im Alltag wie im oft unterschätzten Smalltalk, während der Sitzung oder im Mitarbeitergespräch erfordern einen entsprechenden Umgang mit der Stimme.

Die Art und Weise des Sprechens hat eine viel höhere Tragweite als der Inhalt.

Tun Sie doch etwas dafür. Vergrössern Sie doch Ihr Handlungsspektrum – ganz egal ob unter Dusche oder mitten auf der Strasse!
Praktische Übungen aus dem Stimmtraining, zur Artikulation, Resonanz und dem Eigenton erweitern den eigenen Ausdruck und helfen ausserdem, mit Stresssituationen angemessen umgehen zu können. Frauen geraten gerne in eine sehr unangemehe Kreischlage, Männer kommen aus der sonoren Knatterlage nicht heraus.

Und was soll das mit dem Theater?

Der bedeutende französische Regisseur und Pantomime Jean-Louis Barrault beschreibt denn auch das Entwickeln und Kultivieren des Spieltriebs der Menschen als einen Akt der Befreiung folgendermaßen: „Das Spiel ist das erste Serum, das der Mensch gegen die Angst erfand. Die Innen-und die Außenwelt üben ständig einen Druck aufeinander aus. Wenn der Druck der Innenwelt stärker ist als der der Außenwelt, handelt der Mensch frei, nach seinem Willen. Ist dagegen der Druck der Außenwelt stärker, muss der Mensch über sich ergehen lassen, was die Welt ihm aufzwingt.“