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Hände können soviel: Zupacken, sich an einer Felswand hochziehen, Babys streicheln, Hunde streicheln, Putzen – besonders kleine Hände kommen prima in die Ecken – Malen, Bildhauern. Pantomimen erzählen mit ihren Händen ganze Geschichten. Hände wehren ab –

“Nein, ich bin nicht Ihrer Meinung..”

Laden wieder ein –

“…kann aber Ihrer Argumentation gut folgen..”

demonstrieren Gemeinsamkeit-

“..und denke, wir beide könnten zusammen win-win-Lösungen finden.”

und ergreifen Chancen –

“Wenn auch Sie bereit sind, meinen Ausführungen zu folgen.”

Handflächen nach unten, Finger gespreizt demonstrieren Abwehr, Handfläche nach oben laden ein oder ergreifen – je nach Krümmungsgrad der Finger.

Handflächen nach innen, zum eigenen Körper gerichtet, sind bereit, ein Holzbrett zu durchschlagen oder symbolisch, Probleme und wirre Gedanken.

Sind die Finger dabei geschlossen, zeigen sie Konsequenz an, gespreizte Finger zeigen den Grad der Emotionalität an.

Gleichzeitig gestikulierende Hände verstärken, wie ein Lautsprecher, diese Emotionen.

10 gespreizte Finger-Handflächen nach innen – deuten auf eine hohe Emotionalität hin,

2 geschlossene Handflächen – grenzen uns von den anderen Menschen ab. Geisteshaltung spiegelt Körperhaltung. Instinktiv erkennt unsere Umwelt, ob Inhalt und Ausdruck zusammen passen oder ob wir lügen. Im Talmud steht es so:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Eurem Chef erzählt ihr wortreich und kinderleicht erklärt von einer technischen Neuerung, die einen täglichen Vorgang enorm erleichtern würde. Das benötigte Finanzvolumen ist gross, der Chef unfreundlich abgeneigt.

“Was soll das, Müller?!”

Welche eurer Antworten verschafft euch mehr Respekt?

  1. “Ja, ich habs dem Meier letztens auch schon gesagt – auf die Statik kommt es an. Nein, dazu gibt es natürlich jetzt gerade keine Berechnungen, die will ich ja durchführen und dafür brauche ich Ihre Unterstützung.”

oder

  1. “Mmmh. Welche Info fehlt noch?”

Was war gewaltiger? Natürlich Antwort 2. Ruhe, Gelassenheit, Unaufgeregtheit wirken stark und kompetent. Der schnelle, quicklebendige und höchst kompetente Mitarbeiter wird nie den Respekt bekommen, der ihm zusteht. Er rangiert mehr als… Wüstenmaus. Der träge, ruhige, lauernde Duktus eines halbsatten Raubtieres wird immer mehr respektiert werden.

Aber wieso ist Sprechen ein nonverbales Signal? Sprechen ist doch verbal!

Gegenfrage: Lässt sich Inhalt vom Transport trennen?

Das Was entscheidet weniger als das Wie. Sprechen spiegelt sich in der gesamten Körperspannung. Könnt ihr schnell sprechen und dazu langsam gestikulieren? Oder andersherum? Langsam sprechen und schnelle, kleine, hektische Gesten machen? Eben. Sprechtempo, Sprachmelodie, eine klare Aussprache, Betonungen und Pausen – das sind die körpersprachlichen Signale, mit denen ihr während eures Sprechens ganz klar die entscheidenden Punkte für euch herausholt.

Eine wirklich nettes Beisammensein, beruflicher oder privater Natur. Ein Stehtisch, zwei Menschen unterhalten sich. Irgendwann sind die unverbindlichen 4 Minuten um, man klebt aneinander – will der andere weg? Mir wird ungemütlich, jetzt müsste ich mich elegant verabschieden.

Ich höre kaum noch richtig zu, interessiert mich auch nicht wirklich. Mein Lächeln gefriert zur Maske, erst der eine, dann der andere Fuß zeigt mit der Fußspitze schon in die neue Richtung.

Zum guten Schluss guckt nur noch mein Kopf zum Gesprächspartner, der restliche Körper ist schon woanders. Längst habe ich eine Verabschiedung eingeleitet mit den Worten “Das besprechen wir beim nächsten Mal.” oder auch nur “Hmm hmm.” Und ich denke: “Mein Gott, schau doch mal, wie ich da steh – jetzt wirds schon unhöflich. Lass mich weg!” Jetzt hilft nur noch der überraschte Blick zur Uhr und schwupps-verschwinden. Was sind die Fluchtzeichen des anderen? Genau die gleichen wie bei mir selbst, also künstliches Lächeln oder Auflachen an einer total falschen Stelle. Stark verkürzte Antworten: “Mmh, mmh.” Mir wird nicht mehr in die Augen geguckt, die Bewegungen des Körpers werden ruckhaft, insgesamt unrund.

Da heisst es nur: Loslassen und gehen lassen. Was denkt mein Gesprächspartner über mich? Seht genau hin und deutet die Zeichen. Auf jeden Fall erfahrt ihr etwas darüber, wie ein anderer Mensch über sich selbst denkt. Der Blick auf die Welt verrät sich von selbst. Man muss nur gut hinschauen und sich immer wieder überraschen lassen.

Manche Menschen wünschen sich, einen Raum zu betreten und sofort halten alle Anwesenden den Atem an. Aber was macht dieses charismatische Auftreten aus? Ist es das schöne Kleid, sind es die lackierten Fingernägel, der perfekte Haarschnitt? Vielleicht auch das.

Es ist vor allem eins: Das Tempo des Schreitens: Dienstboten rennen, der König lässt rennen. Wer das Bad der Blicke geniesst, wer auch Neid und Hass aushält und weglächelt, kennzeichnet sich selbst als König, als Königin.

“Das kriege ich nie hin.”

“Doch, kriegst du. Das können wir trainieren. In jedem Menschen steckt ein Narziß.”

“Aber ist das charismatisch?”

Auf jeden Fall! Charisma wird als Wirkungsphänomen wahrgenommen. Es geht um die Wirkung verbaler und nonverbaler Botschaften. Für diese zuständig ist klassischerweise die Rhetorik. Auch der Demagoge – der Volksverhetzer, der Mitreisser, der Manipulator trainiert sich in Wort und Wirkung. Charisma bedeutet wörtlich im Altgriechischen zwar Gnadengabe, ist aber erlernbar, trainierbar. Jeder kann lernen, wie man einen Raum betritt, wie man sich geschickt vor der Kamera postiert, wie man eloquent redet, wie man unnervös, gelassen erscheint. Aber wirklich charismatische Menschen wie Mutter Theresa, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela schauen nicht auf sich selbst.

Wirkliches Charisma ist der Spiegel des Glücks in den Augen des Gegenübers.

“Guten Morgen Herr Meier, welche neuen Erkenntnisse bringen Sie denn von der Messe mit? Bitte berichten Sie.”

“Moin Chef! Ja, das war ganz toll. Wir hatten unglaublichen Zustrom am Stand, bestimmt so 50 Leute mehr am Stand als letztes Jahr und abends war so richtig was los…”

“Belanglos! Das will ich nicht wissen. Kommen Sie um elf zu mir ins Büro und bringen bitte! die Statistik! mit!!”

 Was nervt uns am korrekten Chef?

Die Gefühlskälte. Nix gesagt ist gelobt genug.

O-Töne

“Das erscheint mir nicht logisch.”

“Ich verlange ein Höchstmaß an Disziplin.”

Welche Antworten hasst er?

“Das fühlt sich irgendwie nicht richtig an! Sie wissen doch, wie ich ticke-wir kennen uns doch schon so lange.”

Was würde dem Korrekt-Distanzierten gut tun?

Ein Hund. Der sich jeden Tag freut, ihn zu sehen.

 Was gefällt uns am Korrekten?

Dieser Chef mobbt nicht, sondern beurteilt nach Leistung!

 Wie kommt ihr mit dem Korrekten klar?

Wartet nicht auf Wärme und Lob. Freut euch am Gerechtigkeitssinn diesen korrekten Menschen.

“Guten Morgen Herr Meier, welche neuen Erkenntnisse bringen Sie denn von der Messe mit? Bitte berichten Sie.” 

“Insgesamt sind wir mit dem Mehr an Interessenten sehr zufrieden. Hier die genaue Statistik. Unser Netzwerk hat sich durch unseren Einsatz an den Abenden deutlich vergrössert, die entsprechenden Kontakte sehen Sie hier in dieser Liste.”