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Wer das Pech hat, in einem Betrieb mit einer echten Unkultur zu arbeiten, wird es irgendwann selbst erleben: Mobbing. Denn es trifft jeden. Von der cleaning woman bis zur oberen Führungsriege. Mobbing hat nichts mit echter Kritik am eigenen Arbeitsverhalten zu tun, sondern richtet sich ganz willkürlich an jeden, der den Intriganten in die Quere kommt. Hannovers erste Anlaufstelle in Sachen Mobbing ist Beate von Eisenhart. Sie rät:

Schaut euch die Machtverhältnisse innerhalb der Struktur an. Mobbing ist ein Spiel, das der Betroffene wohl oder übel mitspielt. 

Baut ein soziales Netzwerk innerhalb des Betriebes auf.

Besorgt euch ein ärztliches Gutachten.

Sucht einen fähigen Anwalt für Arbeitsschutz.

Hilfe kann auch darin bestehen, hocherhobenen Hauptes zu Vordertür hinauszugehen. Keine Angst vor Kündigung. Denn Kollegen, die im betrieblichen Klima der Entwertungskultur so richtig aufblühen, gönnt man den verpesteten Lebensraum, für mich selbst aber beanspruche ich ein anderes Verhältnis zum Mitmenschen. Entwertungstendenz entsteht immer aus einem extrem niedrigen Selbstwertgefühl heraus. Das Gegenteil von Selbstwert ist Minderwertigkeit. Unerträglich. Für diejenigen, die mit ihrem Minderwertigkeitsgefühl leben müssen. Wir bleiben entscheidungsfähig und aufmerksam: “Was hier passiert, ist nicht ok. Ich bin nicht verrückt. Das könnte Mobbing sein. Ich hole mir Hilfe, sobald ich sie brauche. Ich bin wachsam. Ich vertraue meiner Wahrnehmung.”

Wendet euch an die Telefonseelsorge, Profis beim Evangelischen Beratungszentrum Oskar-Winter-Strasse oder an Hannovers erste Adresse in der List Beate von Eisenhart.

 

Mobbing hat viele Fratzen. Um sich zu wehren, bedarf es weniger rhetorischer Finesse als glasklarer Kommunikation mit dem direkten Aggressor oder dem Aufbau eines sozialen Netzwerkes im Hintergrund. Erkundigt euch bei eurem Betriebsrat, wie die Machtverhältnisse aussehen. Fühlt mit Fingerspitzengefühl beim Personalrat vor: wer steht hinter mir? Gibt es Gleichstellungsbeauftragte? Habe ich einen guten Anwalt? Erstellt der Betriebsarzt ein Gutachten oder gehe ich zu meinem Hausarzt?

Mobbing bedroht die Gesundheit und das muss attestiert werden, sonst erkennt die Arbeitsagentur die Kündigung nicht an. Lasst euch niemals auf einen Aufhebungsvertrag ein. Dann bekommt ihr kein Arbeitslosengeld. Mobbing bedarf anwaltlicher Beratung. Sind wir gekränkt, fallen wir von einem Extrem zum anderen. So etwas wie einen Normalzustand leben wir gar nicht mehr. Das trägt zusätzlich zu der nach innen gewandten Depression bei und verstärkt genauso unsere Wut, unsere Verzweiflung: “Das ist doch kein Leben mehr!”

Hannovers Urgestein für Mobbingfälle sitzt in der List. Beate von Eisenhart berät Betroffene seit über 20 Jahren.

Argumentations-Aikido-Sofort-Trick frei nach dem Motto: Ich trau mich nicht, aber ich mache es trotzdem: mit Glacé-Handschuhen zum Personalrat! Bitte nicht ins Kampfgetümmel stürzen. Nicht selbst intrigieren!

“Schon wieder so ein total unrhetorischer Tipp..”

“..was immer Glacé ist..”

“Was Hannovers Mobbing-Urgestein noch…Nessi, das kann ich doch nicht sagen? Ich mein so – Urgestein, ne…”

“Doch, hat sie selbst gesagt.”

“Ok. Ich sag aber jetzt den Namen…”

“Auch gut..”

“Was Beate von Eisenhart zum Thema Mobbing noch sagt, das erfaht ihr am nächsten Montag.”

 

 

Hallo, ich bin Matthias, ich bin ganz neu hier in Hannover und komme aus Hamburg.”

“Hamburg! Was für eine schöne Stadt!”

“Du kennst Hamburg?”

“Nicht sehr gut. Ein Muss für mich ist aber immer die Aussenalster. Eine Bootstour einmal rüber nach Winterhude und zurück. Egal ob bei Regen oder Sonne.”

“Ja, das mache ich auch gern. Ich liebe das Musicaltheater auf der Kellinghusener.”

“Die Kellinghusener Strasse –  in welchem Stadtteil ist die nochmal?”

 Und so weiter. Die Kunst des Smalltalks liegt darin, an der Oberfläche zu bleiben. Keine Diskussion zu entfachen, niemanden überzeugen wollen. Also nicht so:

“Musicals? Das ist so gar nicht meins, finde ich auch ziemlich überschätzt. Theater überhaupt ist mir alles zu künstlich.”

Selbst, wenn es so ist, ist das hier der falsche Zeitpunkt, das miteinander auszudiskutieren.

Der Smalltalk ist das kleine Gespräch, sonst hiesse er Bigtalk.

Besonders wichtig: Den Gesprächspartner nicht vor den Kopf stoßen.

Funktionieren im menschlichen Sozialverhalten.

“Aber Musicals interessieren mich nun mal nicht, soll ich da trotzdem nachfragen und Interesse heucheln?”

Jeder hat das Recht auf seine Vorlieben. Stabile Beziehungen schaffen wir durch das ehrliche Interesse an der Andersartigkeit des Anderen. Und das ist Schwerstarbeit.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht und Erfolg ist, wenn du´s trotzdem machst. Erfolgreich sind wir, wenn wir uns auf unserem Weg durch nichts abbringen lassen. Widerstände sind bestens dazu angeta….

“…ich könnte mich lächerlich machen. Solange ich noch nicht perfekt bin, scheitere ich vielleicht und dann werde ich ausgelacht.”

…uns neue Fähigkeiten nicht nur nicht anzueignen sondern darüber hinaus Ungeübtes zu vermeiden.

“Aber wenn ich das durchziehe, was ich mir zum Ziel gesetzt habe, wenn ich jetzt einfach aufstehe und tue, was ich will – dann lasse ich auch immer Menschen aus meinem gewohnten Umfeld zurück”...

Jeder von uns hat diesen Gedanken schon einmal gedacht. Er macht uns Angst. Die Konsequenzen des eigenen Handelns nicht immer überschauen zu können, hält uns davon ab, Neues tatsächlich zu wagen. Zu Recht: nichts macht uns Menschen soviel Angst, als aus unserer Gesellschaft ausgestossen zu werden. In der gefährlichen Steinzeit wäre das auch der sichere Tod gewesen. Da hätte der Satz: Nicht jeder muss dich mögen. Es reicht, wenn es die Richtigen tun uns nur ein Hohnlachen entlockt. Aber unsere Gesellschaft hat sich geändert. Die Weltbevölkerung ist auf einen Maximalwert geklettert, wir müssen lernen, MITEINANDER zu leben.

Nicht jeder muss dich mögen. Es reicht, wenn es die Richtigen tun.

Steh auf und tu es! Riskiere eine Blamage. Mach doch. Just do it!

“Jetzt mach dich mal hier nicht so breit!” “Genau! Und red nicht so laut.” 

“Und lach nicht so laut.” 

“Bleib mal hübsch bescheiden.” 

Bescheiden ist nicht hübsch. Bescheiden ist kontraproduktiv für die eigene Entfaltung. Aber genau darum geht es im Leben: Wer nimmt sich Raum und Zeit? Wer überzeugt die Kunden, die Kollegen, die Vorgesetzten, die Mitarbeiter von Ideen und Produkten? Derjenige, der sich bescheiden im Hintergrund hält? Oder der sich exponiert und damit ein Risiko eingeht? Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt. Und genauso sieht auch der körperliche Gestus aus. Je höher die Position eines Menschen, desto geringer sein mimisches Ausdrucksspektrum. Die Mimik eines Machtmenschen ist so ruhig wie ein Pokerface. So unbewegt wie der Maschsee bei Windstille.

“Höhle der Löwen… da muss ich gerade dran denken.”

Es gehört schon einiges an Standing dazu, mit so einem Gesprächspartner gelassen umzugehen. Eine unbewegte Mimik und eine sparsame Gestik bedeuten ja nicht zwangsläufig Arroganz. Die Arroganz sagt: “Ich finde mich gut, dich aber nicht.” Und automatisch zieht sich eine Augenbraue und ein Nasenflügel nach oben – Ekel und Verachtung. Das Selbstbewusstsein sagt: “Ich find mich gut, dich auch.” Lächeln, Lachfalten – Augenringmuskeln kontrahieren beidseits.