Sprache bewusst einsetzen – wie du mit einfachen Mitteln deine Argumente abschwächst oder verstärkst

Ein falsches Wort und das wars.
Hast du das auch schon erlebt? Dann hast du vielleicht deine Sprache nicht sorgsam überprüft. Lass uns über Sprache sprechen:
Hörst du dir EIGENTLICH manchmal selbst beim Denken zu?
Bestimmt ja – aber viel wichtiger: Bist du irritiert von dem Wörtchen EIGENTLICH?
Das klingt hart, oder? Als würde ich dir einen Vogel zeigen und deine Denkfähigkeit bezweifle.
EIGENTLICH ist eine sogenannte Modalpartikel, ein Füllwort.
Und Füllwörter bergen Sprengstoff. Falsch eingesetzt und eine wichtige Geschäftsbeziehung explodiert dir vor deiner Nase.

  • Deine Sprache sagt viel über dich aus.
  • Wörter machen deine für dich typische Sprache aus.
  • Wörter sind Werkzeuge.
  • Wörter manipulieren dein Denken und damit auch dein Handeln.
  • Wörter erschaffen Stimmungen.
  • Wörter pflegen Beziehungen, distanzieren oder schaffen Nähe.

Alle Wörter? Ganz sicher. Aber auch die kleinen: doch, ne?, oder?, mal, eigentlich, vielleicht, schon, österreichisch: eh, ur wie in ur-sicher, englisch: actually
Diese „kleinen“ Wörter, die für Atmosphäre sorgen, sind Modalpartikel.

„Ach, mit mir ist nichts anzufangen. Ich geh nach Hause.“ sagt dein Gesprächspartner.
Du äußerst spontan die Idee: „Lass uns in Kino gehen!“ Dein Freund zieht einen Flunsch: „Immer bestimmst du, was wir machen.“

Oha! Da hat offenbar jemand was in den falschen Hals gekriegt.
Ohne Weichmacher, Modalpartikel klingt die Idee, der Ausruf „Lass uns ins Kino gehen!“ wie eine Anweisung, wie ein Befehl.
Um Missverständnissen vorzubeugen, reichern wir gerne unsere Sätze mit Modalpartikeln wie „doch“, „mal“, „vielleicht“, „schon“ an.
Atmosphären schaffen mit Extrawörtern liegt zwar offenbar in der Natur des Menschen, aber anstatt zu bitten, verkrümmen wir uns lieber.

Meine Forderung: Wir müssen das Bitten wieder lernen.

Sprache fürs Storytelling
Wenn du einen interessanten Vortrag halten willst/musst/darfs/solltest/wirst du unweigerlich Modalpartikel benutzen, denn sie bereichern deine Erzählung ungemein. UNGEMEIN. Nicht wahr?