Rhetorik_Consulting_Fremdwörter_aufs_Tapet_bringen

Fremdwörter und Redewendungen sind die Fallen in jeder Sprache. Verwechseln wir da das eine mit dem anderen Wort, fallen wir unangenehm auf durch unsere Unwissenheit. Sie finden in diesen Blogbeiträgen Erklärungen zu einigen sprachlichen Figuren, sodass Sie im Gespräch glänzen können:

„Was ist mit Tagungsordnungspunkt 5?“

„Das Thema wollte ich jetzt bei unserer heutigen Versammlung eigentlich nicht aufs Tapet bringen.“

Wenn man etwas aufs Tapet bringt, dann malt man nicht die Tapete an. Tapet ist das französische Wort für Teppich oder Matte. Wollte man einer kahlen Wand Glanz verleihen oder einen leeren Tisch aufhübschen, so hängte man einen Teppich, später ja auch Stofftapeten an die Wände oder legte eine – neudeutsch – Tischdecke auf.
Französisch als romanische Sprache entspringt dem guten alten Latein. Die alten Römer wussten auch schon einiges über Schöner wohnen und so hiess auch bei den Römern die kostbare Bespannung von Tischen und Wänden tapes oder tapetium.

„Cajus, zeigte ich dir bereits mein neues tapetium? Siehe dort an der Wand!“

„Severinus! Das hat dich sicher ein gutes Stück Aureus gekostet.“

„Wohl wahr, aber diese Meisterarbeit ist jedes Goldstück wert, Cajus.“

Eine Meinung aufs Tapet bringen bedeutet also, sie mit allen zu diskutieren. Jeder kann die Meinung sehen, man spielt mit offenen Karten, man stellt sie sozusagen für alle sichtbar auf die Tischdecke. Niemand anders als der Sonnenkönig prägte diese Redewendung: mettre une affaire sur le tapis.

Ganz falsch wäre es, etwas aufs Trapez zu bringen oder aufs Tablett. Ähnlich ergeht es einem mit dem Wort Pikiert:

„Ich bin pikiert!“

„Womit jetzt genau?“

„Wie – womit?“

Sehr gerne stehe ich Ihnen mit Workshops und Schulungen speziell auch zu diesem Thema – Ausdruck, Formulierung und Wortgebrauch für Ihre Rede – zur Verfügung. Schreiben Sie mir nr@rhetorik-consulting.de oder rufen Sie mich an: 0178 455 40 68. 

Ich freue mich auf Sie!