Manipulation leicht gemacht- Was löst Widerstände aus?

 

„Eike, am Strand liegen, keine Windböe, kein lebensgefährlicher Sturm, Nessi-durch Budapest latschen, bei der Hitze!“

„Budapest.“

„Segeln.“

Sachargumente können noch so durchschlagend gut sein, unsere Mitmenschen sind einfach zu dumm, um zu erkennen, dass sie unrecht haben.

Was macht also ein vernünftiger Mensch?

Er erhöht die Schlagzahl und bringt noch mehr Argumente, gerne auch mit Beleidigungsfaktor 1-5:

„Ja aber, wenn dann erst mal ein Sturm kommt, dann guckst du ganz blöd aus der Wäsche, du hat überhaupt keinen Segelschein!“

„Ich sag ja! Städtetrip! Da kann uns gar nichts passieren, da können wir ganz gemütlich ins Cafe, wenn wir müde sind vom Laufen…“

„Und dann ausgeraubt werden, das geht ja wohl auch gar nicht.“

Der Beleidigungsfaktor lässt sich natürlich unendlich steigern, je besser man sich kennt.

Überzeugen ist nicht ÜberredenÜberzeugen bedeutet nicht „Das musst du doch jetzt einsehen“ bis hin zur Steigerung „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!“

Mit Überzeugung hat das gar nichts zu tun, mit Manipulation noch weniger.

Was löst dann also Widerstand aus?

  1. Argumentative Trommelfeuer und 2. jegliche „Freiheitsberaubung“-also auch nur das Aberkennen der guten Gründe des Gegenübers. Das schränkt bereits eine gleichwertige Augenhöhe ein und fühlt sich ungerecht an. „Wieso hast du mehr recht als ich, das Meer (oder das Segeln oder Budapest) doof zu finden? Ich hab doch auch meine Gründe!“

Und da kommt 3. der Liebesentzug ins Spiel.

Das letzte und gewalttägiste Mittel zur Durchsetzung der eigenen Wünsche.

„Mama hat dich nur lieb, wenn du jetzt auch schön leise bist.“

Eine perfekte Manipulation ist wie ein warmer Hauch auf unserer ausgedörrten Seele.

Der Manipulator, oder nennen wir ihn doch einfach den Verführer, muss nur eins herausfinden:

Wonach nur dürstet denn die Seele da vor mir, die ich fangen will? Nach Streit sicher nicht.

Hier hat sich jemand-vielleicht etwas ungeschickt-aber völlig klar verständlich geäussert. Gemeint war nämlich:

„Hier passiert etwas, das ich nicht will, aber noch rede ich ja mit dir. Und will das auch weiterhin. Nur anders.“

Und das überhören wir im schlimmsten Fall.