Die lieben Kollegen-der Perspektivwechsel

Manche Kollegen machen es einem nicht leicht.

Da gibt es die Gartenzwerge, die Dauernörgler, die fiesen Intriganten, die Faulpelze, die Neidischen, die Besserwisser und so weiter.

Sie alle handeln in guter Absicht. Nicht immer sehen wir die gute Absicht und schon gar nicht auf den ersten Blick und schon doppelt nicht, wenn wir als Konfliktpartner involviert sind.

Klar können wir uns ärgern und lästern-ändern damit aber nichts am eigentlichen Konflikt.

Schauen wir uns in Ruhe die dahinterliegende gute Absicht eines Besserwissers an. Der Besserwisser weiss vielleicht tatsächlich sehr viel, liest sich Fachwissen an, wägt verschiedene Fachmeinungen gegeneinander ab.

Wer sich in der Welt der Fakten aufhält, der muss nicht zwangsläufig über Sozialkompetenz und angemessenen Umgangston verfügen. Da kann ein Widerspruch in der Sache schon mal wie ein lehrerhaftes Abkanzeln rüberkommen. Klar kann man dem Besserwisser den Spiegel vorhalten, z. B. so: „Jetzt sind Sie schon das zweite Mal falsch gelegen …“.

Der Ton macht die Musik und wenn ich

„Jetzt sind Sie schon das zweite Mal falsch gelegen …“ gehässig sage, geht es mir ja wohl eher um einen Gesichtsverlust als um eine faire Diskussion.

Vielleicht wünscht sich ein Besserwisser ja sogar eine faire Diskussion? Käme auf einen Versuch an.

Kritik am störenden Verhalten zu äussern, erfordert im Gegensatz zum einfachen Zurückballern Fingerspitzengefühl und Streitfähigkeit. Kritik auszusprechen fällt umso leichter, je mehr wir das Gegenüber respektieren. Und wenn es uns gelingt, eine anderslautende Meinung wirklich zu respektieren, leisten wir einen echten Beitrag zum Weltfrieden.

Helfen kann uns dabei der Perspektivwechsel.

Perspektivwechsel ist der Königsweg im Umgang mit all unseren täglichen Ärgernissen. Neubetrachtung. Das klingt erst mal völlig unsexy.

In jedem guten Witz steckt diese Technik der Neubetrachtung, der Umdeutung, des Perspektivwechsel:

Winston Churchill war einmal zum Tee bei einer englischen Lady eingeladen, trotzdem sich die beiden spinnefeind waren.

Irgendwann kochten die Gemüter über und sie sagte zu ihm: „Wenn ich mit Ihnen verheiratet wäre, würde ich Ihren Tee vergiften!“

Churchill antwortete: „Und wenn ich mit Ihnen verheiratet wäre, würde ich ihn trinken!“