Die lieben Kollegen-der Gartenzwerg

„Kollege, Ihr Büro hat ja auch eine Tür raus zum Flur. Sie schliessen die aber immer ab. So muss ich alle Lieferanten und Tagungsbesucher bedienen. Ich bin doch nicht Ihr Vorzimmer! Bitte öffnen Sie auch Ihre Tür!“

„Die Tür war schon immer zu.“

„Ich habe mehr Arbeit dadurch! Das kann ja wohl nicht sein.“

„Ich hab auch viel Arbeit, das wird immer mehr.“

Dieser Kollege gehört zu den humorlosen Gartenzwergen und zapft eure Energie ab. Da hilft nur eine Order von ganz oben. Den Gartenzwerg treibt die Sorge um sein Wohl um. Andere sind ihm egal. Dass er dabei ganze Verantwortungsbereiche nicht abdeckt, übersieht er ganz einfach. Veränderung, Neuerung und Abwechslung sind ihm ein Graus. Er möchte, dass alles immer in den gleichen Bahnen verläuft und ansonsten seine Ruhe. Leider erfüllen ihm seine Kollegen diesen Wunsch nicht. Die überholen nämlich von links und bringen das Unternehmen nach vorne. Gerade die perfektionistisch und kontrollsüchtig Veranlagten fühlen sich von neuen Situationen überfordert. Menschen, die sich jeden Tag vor Veränderungen fürchten, die sich quasi in einem Angst-Dauerzustand befinden, sind eher zu bemitleiden. Als saff-und krafflose Spaßbremsen fristen sie ihr Dasein bis zur Rente.

Aber: jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und die Kommunikationstrainerin noch ein Ass im Ärmel, nämlich das Kontextreframing:

Störendes Verhalten kann an anderer Stelle ein wahrer Segen sein.

Der perfektionistische Gartenzwerg schleift einen als ewig pünktlicher Sportskamerad auch noch bei Regen und Hagel durch den Wald. Archivare braucht auch jedes Unternehmen-ein Blick, ein Griff und zack die richtige Akte. Linienrichter sollen auch korrekt sein. Und ich will denjenigen sehen, der nicht bei drei auf den Barrikaden ist und ganz genau seine Leistungen auflistet, wenn er die gleiche Bezahlung bekommen soll wie der notorische Faulpelz, der nur eines pedantisch genau weiss: Nämlich wieviele Tage exakt er bis zum nächsten Krankenschein arbeiten muss.

Also, so ein bißchen Gartenzwerg steckt doch in jedem von uns, oder?