Angreifer lächelnd ins Leere laufen lassen

Bekommen Sie Schnappatmung bei Unverschämtheiten? Ereilt Sie der Blackout bei unfairen Angriffen?Das ist nicht verwunderlich, wenn Sie bedenken, dass Sie eben noch mit großer Fachkenntnis eine sauber ausgearbeitete Präsentation vortragen. Sie gehen zurecht davon aus, dass jeder in der Zuhörerschaft Anwesende interessiert sei an Ihrer Expertise und am Gelingen des gemeinsamen Projektes. Es geht um die gemeinsame Sache.

Dachten Sie.

Bis der Satz „Nirgends in Ihren Ausführungen taucht hier die Umsatzzahl der Firma XY, unserem größten Mitbewerber auf. Interessiert Sie das nicht oder WAS? Was wissen Sie überhaupt?“ kam.

Die Präsentation läuft aus dem Ruder, damit haben Sie nicht gerechnet. Da Kommunikation immer auch Ausdruck von Macht, Machtergreifung ebenso wie Machterhalt ist, müssen wir immer mit dem Schlimmsten rechnen. Der Mensch ist nicht per se gut, nur manchmal. Im Gegensatz zum intellektuellen Austausch, findet Machtkampf auf der Beziehungsebene mit einem ganz anderen Vokabular statt. Sollten wir in der Sache differieren, uns aber wertschätzend und respektvoll streiten, austauschen, diskutieren, können wir einander danach immer noch in die Augen schauen und uns eingestehen, dass wir einfach verschiedener Auffassung sind. In der schwarzen Rhetorik geht es darum nicht. Wir merken es am unfairen Angriff unter die Gürtellinie, am Grad der Unverschämtheit, an der Wortwahl und am Ton.

Je unverschämter der Anwurf, umso grösser der Machtanspruch.

Die 5 – L – Methode ist nur eine Erste-Hilfe-Medizin, mit der Sie auf die Hierarchie im Tagungsraum sehr großen Einfluss nehmen, weil Sie den Angreifer bloßstellen. Unter Umständen verzeiht er oder sie Ihnen das nicht und Sie müssen sich im Nachhinein verantworten und weitere Kämpfe aushandeln.

Daher habe ich eine softe Version, eine harte Version und eine Premiumversion entwickelt, für elegantes Ausweichen, wenig und viel Konfrontation.

Unfaire Angriffe muss man erstmal erkennen! Schauen Sie in den anderen Tipps hier auf dieser Seite nach!

Denn gekonnte Angreifer zielen auf die Erschütterung Ihrer Sicherheit ab und das mit den gespitzten Pfeilen der schwarzen Rhetorik. Wer oder was steht Ihnen bei einem Angriff zur Seite? Wer zieht Sie aus dem Verbalschlamassel wieder heraus? Sie sich selbst und

  1. Ihre Fachkompetenz. Der Angriff zielt ausschließlich auf IHRE Verunsicherung. Ihre Fachkompetenz wird nur angezweifelt um SIE verzweifeln zu lassen.
    2. Ihr Anliegen. Geht es Ihnen um die Klärung einer Sachlage? Sind Sie Win-Win orientiert? Diese kooperative Haltung steht Ihnen sehr gut zu Gesicht.
    3. Und die 5 – L – Methode:

Lächelnd ins Leere laufen lassen:

  1. Atem lenken
  2. Den Angreifer loben (Gute Idee, Spannender Ansatz, Origineller Gedanke)
  3. Lächeln, ob über die Sache oder mokant über den Angreifer ist eine Frage der notwendigen Arroganz
  4. Den Angriff entlarven (Kleine Killerphrase, nicht wahr? Frontaler Angriff, auch spannend)
  5. Weiterlabern

Die softe Version besteht aus

  1. Atem lenken
  2. Lob
  3. und weiter labern

Verzeihen Sie mir den schnoddrigen Ausdruck des Laberns. Ich denke, wir wissen alle, was damit gemeint ist. Sie sprechen bitte pointiert, witzig und einprägsam und natürlich alles andere als langweilig.

 

Die harte Version besteht aus

  1. Atem lenken
  2. Lob aber mit einem mokanten, arroganten
  3. Lächeln, sodass Ihr Lob einen ironischen Anstrich bekommt. Gerne sprechen Sie den Angreifer mit seinem Namen an.
  4. Weiter labern

 

Die Premiumversion kann alles und ist geeignet für den versierten Rhetoriker, der sich nicht so schnell aufs Glatteis führen lässt.

  1. Atem lenken
  2. Den Angreifer loben (Gute Idee, Spannender Ansatz, Origineller Gedanke)
  3. Lächeln, ob über die Sache oder mokant über den Angreifer ist eine Frage der notwendigen Arroganz
  4. Den Angriff entlarven (Kleine Killerphrase, nicht wahr? Frontaler Angriff, auch spannend)
  5. Weiterlabern

Um den Angriff entlarven zu können, ist die Kenntnis der verschiedenen Waffen natürlich unabdingbar.

Sie finden das Waffenarsenal der schwarzen Rhetorik ebenfalls bei meinen Tipps von A – Z.

„Du kannst das! Du schaffst das!“, „Los, komm, noch ein bißchen schneller, höher, weiter! Optimier dich selbst!“, „Du musst nur an dich glauben!“

Wen nerven diese Worthülsen nicht? Brauchen wir das?

Naja…wir brauchen Menschen, die an unsere Leistungsfähigkeit glauben. Dann nehmen sie unsere Ängste und eröffnen den Blick auf das Wesentliche: Auf das Ziel.

„Ja, aber ich könnte scheitern und ich könnte versagen. Oder mich lächerlich machen.“

Das Wesentliche ist die Erreichung des Zieles. Jeden Tag aufs Neue trainieren, ohne Angst und Zweifel – nichts steht zwischen Start und Ziel – jeden Tag. Dazu braucht man innere Kraft und Motivation. Never give up. Es ist ok, Schritt für Schritt voranzukommen. Der erste Schritt ist getan. Anfang ist immer Scheisse. Änderung ist anstrengend und kostet Kraft. Schiere geistige und körperliche Kraft. Und es tut verdammt gut, wenn uns das jemand sagt. So oft wie wir zweifeln. Fakt: Änderung ist anstrengend!

 

 

„Junge Tomatenpflänzchen müssen pikiert werden, ansonsten geilen sie aus.“

„Hä? Wovon qutaschst du denn da herum? Was soll denn der Unsinn??“

„PFFFFFFffff.. „

„Oha, jetzt ist Eike pikiert.“

„Du meinst, ich habe ihn brüskiert?“

„Ja, er scheint verletzt, du bist ihm durch deine Verunglimpfung auf den Schlips getreten.“

„O Gott, hört auf! Ich bin schon ganz wirr im Kopf von euren Spitzfindigkeiten.“

Und genau das bedeutet Pikieren auch – stechen, ärgern, reizen.
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Die Machtspielchen der Chefinnen

Mooment! Frauen und Macht? Zwei Tabuthemen krachen aufeinander. Macht ist doch so ein Männerding, da stehen wir Frauen ja wohl drüber. Leider denken wir Frauen noch sehr häufig so. Natürlich gut für die Männer, die keine moralischen Bedenken haben, nach der Macht zu greifen. Frauen tun also gut daran, das Thema Macht/Power/Energie/Befähigung ganz schnell für sich zu entdecken. Und gesund mit Macht umzugehen.

Was ist denn gesund an Macht?

Hallo? Jede Mutter hat Weisungsbefugnis über ihre Kinder, ist das keine Macht?

Vielleicht würden bei mehr eigenem Bewusstsein für Macht Konkurrenz-Spielchen anders verlaufen. Denn wenn Kollegin A Kollegin B richtig wehtun will, ignoriert sie diese. Schliesst sie aus. Guckt sie nicht mehr an. Richtet das Wort an die anderen. Lächelt andere an und gibt einer anderen neuen Lieblingskollegin ihre kleinen Geheimnisse preis.

WORUM gehts? Geheimnisse erzählen? Nicht anlächeln? Wehtun? Was sind denn das für Gesprächskriterien? Und was hat Kollegin B denn bloss angestellt, derart dämonisch gefährlich angefeindet zu werden? 

Sie war einfach besser. Schöner. Schicker. Kompetenter. Ist befördert worden. Das muss bestraft werden. Auch mit Gruppenrausschmiss. Denn im weiblichen Kommunikationsverhalten zählen die beiden Eckpfeiler Zusammengehörigkeit und Inhalt. Konsensfindung fällt Menschen im weiblichen Kommunikationsverhalten daher eher leichter. Konkurrenz aus den eigenen Reihen, ein Heraustreten einer Einzelnen aus dieser Gemeinschaft führt also zu dämonischem Mobbing? Ja. Leider erlebe ich selbst es immer wieder, und auch Klientinnen schildern diese Problematik. Jedes Verhalten hat seine goldene und seine dunkle Seite. Es geht immer um die tieferen Beweggründe, die man auf den ersten Blick nicht wahrnimmt. Jeder handelt aus den für ihn besten Gründen, leider manchmal ohne Blick auf die Bedürfnisse der Gesellschaft.

 

 

 

Die Machtspielchen der Chefs

„Zeit ist das, was man an der Uhr abliest.“ sagt Albert Einstein. Zeit ist aber noch mehr. Zeit und Raum zeigen Reichtum an. Wer sehr viel Geld hat, erkauft sich grosse Räume, ein grosses Büro mit Blick über den Central Park. Erkauft sich viel Zeit an schönen Orten, wo wiederum viel Platz ist. Zeit und Raum zu besitzen bedeutet also Reichtum und bedeutet das Gegenteil von eng und schnell. Und genau das spiegelt sich wider in unserern Körperhandlungen. Wer rennt? Der Dienstbote. Wer rennt nicht? Der König.

Übrigens: Wer sehen möchte, wie man als Frau die Männersprache perfekt beherrscht, darf sich den Film „The Queen“ ansehen. So können wir alle ohne grossen Aufwand viel für unser souveränes Erscheinen tun. Aber die richtig perfiden Machtspielchen spielen die Leute, die Zeit als Machtinstrument einsetzen, sprich: die Zeit anderer sinnlos zu vergeuden mit Wartespielchen. Rangniedere warten bis zu einer Stunde auf das Eintreffen des Chefs, die Wichtigkeit wird gemessen in Minuten – je unwichtiger, desto länger die Wartezeit. Aber selbst gleichrangige Geschäftspartner kann es treffen, dass sie sich unversehens zu Bittstellern degradiert sehen. Der Chef muss zeigen, wer der Wichtigste ist, wobei in „wichtig“ das Wort „Wicht“ steckt, wie der Motivationstrainer Tobias Beck so schön sagt.