Der narzisstische Chef

„Hallo Peter-na?? Wie war Ihr Wochenende????

Haben Sie ordentlich gefeiert???“

„Ja, naja, wir haben einen Familienausflug nach Soltau….“

“ Sie sind viel zu brav, Sie müssen was ausstrahlen! Ordentlich feiern muss man! Aber!!! Wer feiern kann muss auch arbeiten können-und umgekehrt hahahaha!!!“

Was nervt uns am Strahlemann?

Seine schon lächerliche Sucht nach Anerkennung und Statussymbolen.

Wie spricht der Narziss?

„Stell schon mal die Sektpullen kalt-bald gibts Abschlüsse zu feiern!“

„Das Geschäft läuft super! Mein Verdienst.“

Welche Antworten hasst er?

„Da muss ich Ihnen widersprechen..“

Was gefällt uns am Strahlemann?

Immerhin macht er durch Lautstärke mangelndes Charisma wett und damit durchaus was her.

Wie kommt ihr mit dem Narziss klar?

Stachelt nicht durch Kompetenz und Fachwissen seine tiefe innere Unsicherheit an-das kränkt ihn nur. Er wird niemals Kritik annehmen oder gar für ein echtes wertschätzendes Miteinander-Arbeitsklima sorgen.

Sobald eine richtig interessante Stelle in einem anderen Unternehmen frei wird-bewerben!

„Na Peter, wie war Ihr Wochenende?“

„Ich hab so richtig die Sau rausgelassen!“

„Peter! Aus Ihnen kann noch etwas werden!“

Der korrekte Chef

„Guten Morgen Herr Meier, welche neuen Erkenntnisse bringen Sie denn von der Messe mit? Bitte berichten Sie.“

„Moin Chef! Ja, das war ganz toll. Wir hatten unglaublichen Zustrom am Stand, bestimmt so 50 Leute mehr am Stand als letztes Jahr und abends war so richtig was los…“

„Belanglos! Das will ich nicht wissen. Kommen Sie um elf zu mir ins Büro und bringen bitte! die Statistik! mit.“

 Was nervt uns am korrekten Chef?

Die Gefühlskälte. Nix gesagt ist gelobt genug.

O-Töne

„Das erscheint mir nicht logisch.“

„Ich verlange ein Höchstmaß an Disziplin.“

Welche Antworten hasst er?

„Das fühlt sich irgendwie nicht richtig an! Sie wissen doch, wie ich ticke-wir kennen uns doch schon so lange.“

Was würde dem Korrekt-Distanzierten gut tun?

Ein Hund. Der sich jeden Tag freut, ihn zu sehen.

 Was gefällt uns am Korrekten?

Dieser Chef mobbt nicht, sondern beurteilt nach Leistung!

 Wie kommt ihr mit dem Korrekten klar?

Wartet nicht auf Wärme und Lob-und freut euch am Gerechtigkeitssinn diesen korrekten Menschen.

„Guten Morgen Herr Meier, welche neuen Erkenntnisse bringen Sie denn von der Messe mit? Bitte berichten Sie.“ 

„Insgesamt sind wir mit dem Mehr an Interessenten sehr zufrieden. Hier die genaue Statistik. Unser Netzwerk hat sich durch unseren Einsatz an den Abenden deutlich vergrössert, die entsprechenden Kontakte sehen Sie hier in dieser Liste.“

 

Der softe Chef

Der Softie-oder auch der Kumpel-Chef

„Moin Chef, bitte weisen Sie dringend das Update für unser Betriebssystem an, wir hängen hinterher.“

„Ja natürlich Matthias, das ist irgendwie untergegangen, weil Simone aus der Buchhaltung dann….“
„Die Buchhaltung hat genug Probleme. Wir schaffen unser Soll nicht ohne Update.“

„Ja, ich werd mal sehen, dass ich….“

Was nervt uns am Kumpel-Chef?

Die Orientierungslosigkeit. Der Softie übernimmt keine Verantwortung und übt keine notwendige Kritik.

O-Ton Softie

„Harmonie ist doch das Wichtigste in der Firma.“

„Da leide ich richtig, wenn Sie beide sich streiten…“

 Was würde dem Softie gut tun?

Sich unbeliebt machen: auf dem Weg zum Hannover 96 Stadion „Braunschweig!“ schreien.

Was gefällt uns am Kumpel-Chef?

Der Softie interessiert sich wirklich für euch! Eigentlich ein dufter Typ! Wäre er halt nicht der Chef.

 Wie kommt ihr mit dem Softie klar?

Sortiert Handlungsalternativen vor.

„Lieber Chef, wie schön, dass ich Sie sehe! Letzte Woche sprach ich Sie ja schon auf das Update für unser Betriebssystem an, erinnern Sie sich?“

„Ja natürlich Matthias, das ist irgendwie untergegangen, weil Simone aus der Buchhaltung dann….“
„Ja genau, mit Simone habe ich auch gesprochen-in der Abteilung warten wir im Moment quasi nur aufeinander und bekommen fast Ärger miteinander.“

„Das will ich natürlich vermeiden. Das Update wird sofort gemacht.“

Der pedantische Chef

„Chef! Von der CeBit bringe ich interessante Ideen mit! Wir sollten dieses neue IT-System der Firma XY unbedingt übernehmen, um dem Markt der Zukunft gewachsen zu sein!“

Darüber gibt es doch noch gar keine Erfahrungswerte! Nein-wir investieren nicht in irgendein zufälliges Luftprodukt.“

„Aber ich habe es mir angesehen…“

„Herr Meier! Ich will Zahlen! Keine Begeisterung! Und kommen Sie das nächste Mal pünktlich!!“

Was nervt uns am pedantischen Chef?

Der Pedant braucht festgelegte Abläufe wie die Luft zum Atmen.

Ordnungsliebe hin oder her-zwanghaftes Festhalten an Regeln und Prinzipienreiterei führen ein Unternehmen nicht zum Erfolg. Pedanten sind übervorsichtig, geizig, kontrollsüchtig und unflexibel. Super! Für die Steuererklärung!

Wie spricht der Strukturierte?

„Das haben wir schon immer so gemacht.“

“ Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder das macht, was er will!“

„Pünktlichkeit, Disziplin!“

Welche Antworten hasst er?

Jegliche Konjunktive-könnte, würde, hätte

Was würde dem Pedanten gut tun?

Raus aus dem ewigen Trott und mal etwas ganz Verrücktes machen-zum Beispiel in ein underground Konzert gehen. Wer jeden Tag die gleichen Wege geht, erlebt nichts Neues. Tolle Ideen entstehen nur, wenn man der Möglichkeit, dem Durcheinander bewusst Raum gibt. Wilhelm Röntgen entdeckte die Strahlen nur durch Zufall. Führung bedeutet Raum geben- den Mitarbeitern ein gewisses Maß an Freiheit und Eigenverantwortlichkeit anvertrauen.

Was gefällt uns am Strukturierten?

Auch in emotionalen Auseinandersetzungen bleibt der Pedant gelassen, da ausschliesslich Fakten zählen. Sachlichkeit kann angespannte Situationen sehr beruhigen. Pedantische Menschen sind ausdauernd, fleißig, konsequent, planvoll und verantwortungsbewusst. Man kann auf sie bauen. Eigentlich ein dufter Typ! Wäre er halt nicht der Chef.

Wie bleiben Sie bei diesem Chef gesund?

Das ist Ihre Entscheidung-sind Sie Teil des Problems oder sind Sie Teil der Lösung?

Handlungsfähig jedenfalls macht uns der wertschätzende Blick auf Stärken:

Also:

Was kann der Pedant?

Den Überblick behalten und Details geduldig planen. Sein hohes Maß an Sachlichkeit lässt ihn auch unübersichtliche Situationen unaufgeregt analysieren.

Was kann er nicht?

Neue Wege beschreiten und innovative Gedanken ertragen.

Also: Tun Sie das für ihn!

„Chef, auf der CeBit habe ich ein sehr vielversprechendes neues Produkt entdeckt. Ich habe da mal recherchiert-bereits drei japanische Firmen haben auf diese software umgestellt und in den ersten drei Monaten ihre Effizienz um ca. 30% gesteigert.“

“ Das klingt interessant.“

„Ja, die Zahlen, Daten, Fakten sprechen für sich. Die Vorteile für uns liegen klar auf der Hand.“

“ Herr Meier, das gefällt mir-ich sehe, wir verstehen uns.“

Der cholerische Chef

„Herr Meier!!! Sie sind ja völlig unfähig! Sie ruinieren das Geschäft!“

„Nächtelang habe ich an diesem Projekt getüftelt und Sie beleidigen mich!“

„Ich Sie beleidigen? Ich bin Ihr Chef, ich rede, wie ich will!“

Was nervt uns am cholerischen Chef?

Mag sein, dass er zurecht Kritik äussert, aber unkontrollierte Aggressivität, geringe Frustrationstoleranz, mangelnde Wertschätzung und Respektlosigkeit muss niemand ertragen.

Wie spricht der Choleriker?

Brüllend und beleidigend. Angemessene Kritik weiß er gut zu verbergen.

Welche Antworten hasst er?

Egal. Alle.

Was würde dem Choleriker gut tun?

Ein Segeltörn mit Sturm-denn schlechtes Wetter ist kein persönlicher Angriff und kann auf hoher See nur im Team bewältigt werden. Brüllen hilft da gar nichts.

Was gefällt uns am cholerischen-Typ?

Sehr wenig-selten nachtragend und im besten Falle durchsetzungsstark mit vollem Einsatz für die Sache. Er übernimmt Verantwortung und hält Widerstände aus.

Wie bleiben Sie bei diesem Chef gesund?

Ungezügelte Aggressionen des Chefs machen Mitarbeiter krank- dieser Chef schadet dem Unternehmen. Der Choleriker lässt sich aber leicht mit einem rhetorischen Kniff überrumpeln.

Denn-was kann er nicht?

Menschen wahrnehmen, Respekt zeigen, Rhetorik.

Also:

Tun Sie das für ihn!

Rufen Sie sich als Mensch in Erinnerung und animieren Sie zum Denken-mit der provokativen Intervention:

„Herr Meier!!! Sie sind ja völlig unfähig! Sie ruinieren das Geschäft!“

„Sie haben ja so recht! Endlich spricht jemand die Wahrheit aus. Seit 25 Jahren versuche ich, das Unternehmen schnellstmöglich in den Ruin zu treiben.“

„Ähh. Machen Sie Witze?“

„Ja. Bitte lassen Sie uns den letzten Punkt nochmal besprechen.“