Der softe Chef

Der Softie-oder auch der Kumpel-Chef

„Moin Chef, bitte weisen Sie dringend das Update für unser Betriebssystem an, wir hängen hinterher.“

„Ja natürlich Matthias, das ist irgendwie untergegangen, weil Simone aus der Buchhaltung dann….“
„Die Buchhaltung hat genug Probleme. Wir schaffen unser Soll nicht ohne Update.“

„Ja, ich werd mal sehen, dass ich….“

Was nervt uns am Kumpel-Chef?

Die Orientierungslosigkeit. Der Softie übernimmt keine Verantwortung und übt keine notwendige Kritik

O-Ton Softie

„Harmonie ist doch das Wichtigste in der Firma.“

„Da leide ich richtig, wenn Sie beide sich streiten…“

 Was würde dem Softie gut tun?

Sich unbeliebt machen: auf dem Weg zum Hannover 96 Stadion Braunschweig schreien

Was gefällt uns am Kumpel-Chef?

Der Softie interessiert sich wirklich für euch! Eigentlich ein dufter Typ! Wäre er halt nicht der Chef.

 Wie kommt ihr mit dem Softie klar?

Sortiert Handlungsalternativen vor.

„Lieber Chef, wie schön, dass ich Sie sehe! Letzte Woche sprach ich Sie ja schon auf das Update für unser Betriebssystem an, erinnern Sie sich?“

„Ja natürlich Matthias, das ist irgendwie untergegangen, weil Simone aus der Buchhaltung dann….“
„Ja genau, mit Simone habe ich auch gesprochen-in der Abteilung warten wir im Moment quasi nur aufeinander und bekommen fast Ärger miteinander.“

„Das will ich natürlich vermeiden. Das Update wird sofort gemacht.“

Der pedantische Chef

Mitarbeiter: „Chef! Von der CeBit bringe ich interessante Ideen mit! Wir sollten dieses neue IT-System der Firma XY unbedingt übernehmen, um dem Markt der Zukunft gewachsen zu sein!“

Chef: „Darüber gibt es doch noch gar keine Erfahrungswerte! Nein-wir investieren nicht in irgendein zufälliges Luftprodukt.“

Mitarbeiter: „Aber ich habe es mir angesehen…“

Chef: „Herr Meier! Ich will Zahlen! Keine Begeisterung! Und kommen Sie das nächste Mal pünktlich!!“

Was nervt uns am pedantischen Chef?

Der Pedant braucht festgelegte Abläufe wie die Luft zum Atmen.

Ordnungsliebe hin oder her-zwanghaftes Festhalten an Regeln und Prinzipienreiterei führen ein Unternehmen nicht zum Erfolg. Pedanten sind übervorsichtig, geizig, kontrollsüchtig und unflexibel. Super! Für die Steuererklärung!

Wie spricht der Strukturierte?

„Das haben wir schon immer so gemacht.“

“ Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder das macht, was er will!“

„Pünktlichkeit, Disziplin!“

Welche Antworten hasst er?

Jegliche Konjunktive-könnte, würde, hätte

Was würde dem Pedanten gut tun?

Raus aus dem ewigen Trott und mal etwas ganz Verrücktes machen-zum Beispiel in ein underground Konzert gehen. Wer jeden Tag die gleichen Wege geht, erlebt nichts Neues. Tolle Ideen entstehen nur, wenn man der Möglichkeit, dem Durcheinander bewusst Raum gibt. Wilhelm Röntgen entdeckte die Strahlen nur durch Zufall. Führung bedeutet Raum geben- den Mitarbeitern ein gewisses Maß an Freiheit und Eigenverantwortlichkeit anvertrauen.

Was gefällt uns am Strukturierten?

Auch in emotionalen Auseinandersetzungen bleibt der Pedant gelassen, da ausschliesslich Fakten zählen. Sachlichkeit kann angespannte Situationen sehr beruhigen. Pedantische Menschen sind ausdauernd, fleißig, konsequent, planvoll und verantwortungsbewusst. Man kann auf sie bauen. Eigentlich ein dufter Typ! Wäre er halt nicht der Chef.

Wie bleiben Sie bei diesem Chef gesund?

Das ist Ihre Entscheidung-Sind Sie Teil des Problems oder sind Sie Teil der Lösung? Handlungsfähig jedenfalls macht uns der wertschätzende Blick auf Stärken:

Also:

Was kann der Pedant?

Den Überblick behalten und Details geduldig planen. Sein hohes Maß an Sachlichkeit lässt ihn auch unübersichtliche Situationen unaufgeregt analysieren.

Was kann er nicht?

Neue Wege beschreiten und innovative Gedanken ertragen.

Also: Tun Sie das für ihn!

„Chef, auf der CeBit habe ich ein sehr vielversprechendes neues Produkt entdeckt. Ich habe da mal recherchiert-bereits drei japanische Firmen haben auf diese software umgestellt und in den ersten drei Monaten ihre Effizienz um ca. 30% gesteigert.“

“ Das klingt interessant.“

„Ja, die Zahlen, Daten, Fakten sprechen für sich. Die Vorteile für uns

liegen klar auf der Hand.“

“ Herr Meier, das gefällt mir-ich sehe, wir verstehen uns.“

Der cholerische Chef

Der Choleriker-oder der einsam Wütende

Chef: „Herr Meier!!! Sie sind ja völlig unfähig! Sie ruinieren das Geschäft!“

Mitarbeiter: „Nächtelang habe ich an diesem Projekt getüftelt und Sie beleidigen mich!“

Chef: „Ich Sie beleidigen? Ich bin Ihr Chef, ich rede, wie ich will!“

Was nervt uns am cholerischen Chef?

Mag sein, dass er zurecht Kritik äussert, aber unkontrollierte Aggressivität, geringe Frustrationstoleranz, mangelnde Wertschätzung und Respektlosigkeit muss niemand ertragen.

Wie spricht der Choleriker?

Brüllend und beleidigend. Angemessene Kritik weiß er gut zu verbergen.

Welche Antworten hasst er?

Egal. Alle.

Was würde dem Choleriker gut tun?

Ein Segeltörn mit Sturm-denn schlechtes Wetter ist kein persönlicher Angriff und kann auf hoher See nur im Team bewältigt werden. Brüllen hilft da gar nichts.

Was gefällt uns am cholerischen-Typ?

Sehr wenig-selten nachtragend und im besten Falle durchsetzungsstark mit vollem Einsatz für die Sache. Er übernimmt Verantwortung und hält Widerstände aus.

Wie bleiben Sie bei diesem Chef gesund?

Ungezügelte Aggressionen des Chefs machen Mitarbeiter krank- dieser Chef schadet dem Unternehmen. Der Choleriker lässt sich aber leicht mit einem rhetorischen Kniff überrumpeln.

Denn-was kann er nicht?

Menschen wahrnehmen, Respekt zeigen, Rhetorik.

Also:

Tun Sie das für ihn!

Rufen Sie sich als Mensch in Erinnerung und animieren Sie zum Denken-mit der provokativen Intervention:

Chef: „Herr Meier!!! Sie sind ja völlig unfähig! Sie ruinieren das Geschäft!“

Mitarbeiter: „Sie haben ja so recht! Endlich spricht jemand die Wahrheit aus. Seit 25 Jahren versuche ich, das Unternehmen schnellstmöglich in den Ruin zu treiben.“

Chef: „Ähh. Machen Sie Witze?“

Mitarbeiter: „Ja. Bitte lassen Sie uns den letzten Punkt nochmal besprechen.“

Der perfekte Chef

Der perfekte Chef

sorgt für reibungslose Abläufe, erfasst Sachverhalte, entwickelt eigene Ideen und hört anderen zu. Denn dieser Chef oder diese Chefin kanns einfach. Sie setzen Vertrauen in ihre Mitmenschen, in ihre Fachkompetenz. Darin, dass sie arbeiten wollen.

Nehmen wir zum Beispiel an, es ist etwas Blödes passiert.

Mitarbeiter: „Chef, DER LIEFERTERMIN KONNTE NICHT EINGEHALTEN WERDEN. Was machen wir jetzt?“

Chef: „Ja, DAS IST EIN KLEINER RÜCKSCHLAG, ABER SIE SCHAFFEN DAS SCHON, UNSEREN KUNDEN ZU BERUHIGEN.“

Anstatt aus der Haut zu fahren wie der Choleriker, vertraut der perfekte Chef den Menschen um ihn herum. Er delegiert Aufgabenbereiche und beteiligt Mitarbeiter am gemeinsamen Gefühl von Mitverantwortlichkeit.

Ein anderes Beispiel für gelingende Kommunikation:

Sie präsentieren Ihrem Vorgesetzten einen Vorschlag, wie Sie einen Brief an einen potenziellen Geschäftspartner verfassen können.

Ihr Chef bevorzugt aber eine andere Formulierung.

Chef: „ICH MÖCHTE IHREN VORSCHLAG NICHT ÜBERGEHEN, AUCH WENN ICH ANDERER MEINUNG BIN. MACHEN SIE ES SO, WIE SIE SAGEN.“

So motiviert und führt man Menschen. Der Chef sagt sachlich, klar, freundlich und vor allem wertfrei, dass er anderer Meinung ist.

Kommunikation funktioniert gut, wenn wir auf Bewertungen verzichten, wie falsch, richtig, besser, schlechter. Die berühmten Ich-Botschaften eignen sich, um ein Dilemma aufzuzeigen und den Gesprächspartner an der Entscheidung für die weitere Vorgehensweise zu beteiligen.

M: „Chef, in der nächsten Woche steht viel Arbeit an. Könnten wir jetzt einige Punkte besprechen?“

C: „ICH HABE NICHT VIEL ZEIT, ABER ICH KANN SIE JETZT AUCH NICHT WIEDER WEGSCHICKEN.“

Der berühmte Dirigent Leonard Bernstein sagte über Führung:

„The conductor must not only make his orchestra play – he must make them want to play.“

Das Orchester soll nicht nur spielen-es soll spielen wollen!

Der chaotische Chef

Der Chaot-oder auch der Visionär

„Herr Meier, gestern auf der Messe habe ich von einer super effektiven Innovation gehört! Die müssen wir hier unbedingt auch einführen!“

„Nicht schon wieder ein neues Projekt! Wir sind mit der Planung der letzten Software-Einführung noch nicht mal ansatzweise durch!“

„Seien Sie doch mal offen für Neues!“

„Auf meinem Schreibtisch stapelt sich die Arbeit.“

„Anscheinend sind Sie den Aufgaben nicht gewachsen.“

Was nervt uns am chaotischen Chef?

Heute dies morgen das. Mit halbgaren Aufträgen sitzt ihr dann da!

Projektmanagement ist das Hasswort.

O-Ton Chaot:

„Tolle Idee! Wahnsinns Vision! Ich sehe es vor mir!“

„Das entscheide ich aus dem Bauch heraus.“

Welche Antworten hasst er?

„Nicht schon wieder was Neues!“

„Wir haben das letzte Projekt noch nicht zu Ende geführt.“

Was gefällt uns am Chaos-Typ?

Die Spontaneität-der Visionär hat keine Angst vor Neuem

Heimlich wärmen wir uns an der Flamme der Begeisterung.

Wie kommt ihr mit dem Chaoten klar?

Behaltet den Überblick, arbeitet step by step ab

„Herr Meier, gestern auf der Messe habe ich von einer super effektiven Innovation gehört! Die müssen wir hier unbedingt auch einführen!“

„Wann wollen wir uns dafür zusammensetzen? Und-soll ich dann die Projektplanung übernehmen?“

„Ja, das wäre mir sehr lieb, wunderbar, dass Sie mitdenken!“

„Die Gesamtumsetzung kann aber dauern.

Jetzt sind wir ja gerade mit der neuen Maschinen-Technik beschäftigt.

Über das neue Projekt müsste ich dann auch erst mal mit der Entwicklungschefin Frau Dr. Müller sprechen.“

„Sehr gut, ich sehe, Sie haben den Ablauf im Kopf. Wann denken Sie, kann denn das neue Projekt starten….?“