Dear John Stepper,

Networking has always been part of my life, bringing people together my favorite thing to do. So I thought: “I know perhaps not all, but a lot about that. The wol-tasks with all this connecting and praising are eh klar, how the austrian people would say. Noting new.” But how wrong have I been! The working out loud – tasks, John Stepper once created, open the door to a world of new possibilities. The idea, to write little stories about and “love” letters to those people you appreciate is already pretty wonderful. Doing it during the wolmeeting, setting the timer on 20 minutes and afterwards reading it loud to your colleagues is rewarding and heartwarming at the same time. While my goal was to focus on my business appearance in press and TV, it shifted towards writing my first book, dealing with childhood trauma and: Podcasting! Hello? That has actually not been my intention. But all signs pointed in this direction and it was the circle, the girls in our circle and the amazing tasks, given by John, that created this logical next step towards the former goal. Had I not signed up for this program, by no means I would have ever accomplished any of what has happened in these so very productive three months.

Can you imagine leading a huge, perhaps worldwide movement, that brings help and joy to the people? Think about the consequences, when your network becomes bigger and bigger while your idea brings people together. Wouldn`t it be nice to not fear each others` competition but to see the different USP´s? My idea is to free voices, not in a political way but in the physical way. I am a rhetoric trainer and I love well trained, nice sounding voices. In my former life I was an opera prompter so my Podcast is named: Ich flüster dir was! which directly translated means I whisper you something!

Not only will the listener have the opportunity to learn about voice in all kinds of contexts but also to train the own voice to be more versatile during free speech, team presentation or reading a good night story.

Thank you Sebastian Moock for the photo shooting!

Kennen Sie das? Man hat den Kopf voller Ideen, fängt die an, verfolgt sie, der Alltag schiebt sich zwischen die Zeiten der Begeisterung, der kreativen Denkarbeit. Die frische Energie beginnt zu welken. Am Ende des Tages hat man dann doch viel geschafft, aber das ganz große Projekt dämmert vor sich hin.

Zeitmanagement und Selbstmanagement sind die aktuellen Begriffe, dieser Plage Herr*in zu werden. Meine Empfehlung: Working out loud! Der Gründer von Working out loud John Stepper verfolgte das Ziel des gemeinsamen Arbeitens an den eigenen Zielen oder auch den gemeinsamen Unternehmenszielen mit einem herzlicheren und direkteren Draht zueinander. Alle Aufgaben kreisen um das Thema Wertschätzung und wie man sie zum Ausdruck bringt. Und das ist in der Tat arbeitsintensiver als gedacht.

Wir befinden uns in Woche 7 und haben bereits eine Unmenge Aufgaben erledigt. Die konstante Auseinandersetzung mit den eigenen Visionen und Zielen macht in diesem Arbeitskreis Spaß. Die Aufgabe dieser Woche war es, in 20 Minuten einen Brief an sich selbst zu schreiben aus der Zukunft. Diese und ähnliche Aufgaben erledigt man gemeinsam am Rechner. Die Moderatorin des Abends schaut auf die Uhr, die Mikrofone werden ausgestellt und jede beginnt mit der Wochenaufgabe. „Lass deine Träume wahr werden!“ war unser Motto des Briefes, den wir uns entgegen der Anweisung einander geschrieben haben. Hier nun der Brief meiner WOL-Kollegin an mich. Danke liebe S.!

 

Liebe Nerissa,

wo soll ich anfangen?
Eigentlich fing alles so harmlos an. Als ich damals vor über 1,5 Jahren in dem WOL Zirkel mein Ziel formulierte, habe ich nicht geahnt welchen wunderbaren Weg das Leben für mich vorbereitet hatte. Inzwischen habe ich bereits mein zweites Buch veröffentlicht. Nachdem mein Buch, „Rhetorik zum Nachmachen“ zum Verkaufsschlager wurde, haben sich viele Türen für mich geöffnet. Der Anfang war sicherlich schwer. Ich musste auf dem Weg so einiges einstecken, streichen und mich oft selbst motivieren. Aber meine Beharrlichkeit zahle sich schließlich aus. Du weißt ja, mein Ziel war es ins Fernsehen zu kommen. Ausgerechnet das Sat1 Frühstücksfernsehen sollte mein Sprungbrett in die Öffentlichkeit werden. Als das Thema Hass und Mobbing in den Medien thematisiert wurde und die Moderatoren selbst über ihre negativen Erfahrungen berichteten, habe ich einen Beitrag zum Thema erstellt und dabei aus meinem Buch zitiert. Durch die beharrlichen Kommentare und gezielte Wissensweitergabe, wie man sich gegen Hass und Mobbing erfolgreich zur Wehr setzen kann, wurde das Frühstücksfernsehen schließlich auf mich aufmerksam und lud mich zu einer Diskussionsrunde ein. Durch meine unkonventionelle und authentische Art habe ich perfekt in die Sendung gepasst und wurde ein fester Bestandteil des Teams. Wann immer meine Meinung gefragt war, oder man eine Expertin benötigte, war ich zur Stelle. Schnell konnte ich weitere interessante, lustige aber auch kritische Beiträge beisteuern. Außerdem habe ich eine Zeitschrift, „Die Rhetorik Torte“ rausgebracht und schreibe dort regelmäßig meine eigene Kolumne über das Leben. Ich habe gelernt, dass man sich selbst treu bleiben muss, die Arbeit im Fernsehen macht mir so viel Spaß, dass ich darüber nachdenke, eine eigene Sendereihe auf die Beine zu stellen, man muss sich doch wieder neue Ziele setzen im Leben, es gibt noch so viel was ich gerne in Angriff nehmen möchte.
Ich wünsche dir, meinem jüngeren Ich, dass auch du deine Ziele erreichst, gib niemals auf, lass dir von niemandem einreden, dass du etwas nicht erreichen kannst, denn wenn du es wirklich willst, dann kann alles wahr werden.

Deine Nerissa aus der Zukunft

Man sieht es an den glänzenden Augen, wenn das Bild beim Käufer eingetroffen ist.

Der Umgang mit „abstrakter“ Kunst ist schwierig, nicht vorhanden, mir egal, äußerst wichtig – jeder entscheidet im Bruchteil einer Sekunde und auf Grundlage dessen, was einem vertraut ist. So wie bei dem Klassiker: Sie haben gerade ein rotes Auto gekauft und jetzt sehen Sie nur noch rote Autos.

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck, sagt man. Quatsch. Das heißt ja soviel wie: Verlass dich auf dein Bauchgefühl/auf das, was du schon kennst, bleib dumm. So wird man nie schlauer. Zeit geben, in Ruhe betrachten, entdecken und erforschen. Je mehr man weiß, umso mehr sieht man. Die Kunst braucht den Betrachter und der Betrachter braucht die Kunst.

„Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.“ sagte Alexander von Humboldt.

Zum Schauen laden Degenhard Andrulats Bilder in der Tat ein. Was wir dabei entdecken können, erläutert der Künstler so:

Andrulat: „Ich habe Freunde, die lieben Opern. Die hören alles, kennen alles. Sie können bei einer Aufnahme sofort sagen, wann sie aufgenommen wurde und mit welchen Interpreten. Die Unterhaltungen mit ihnen machen großen Spaß, weil sie mein Ohr schärfen.“

R.: „Aber ist auch ein bisschen anstrengend, oder? Wenn einer immer so ganz analytisch unterwegs ist?“

Andrulat: „Nein, ich finde das gut. Es geht mir in der Malerei genauso. Je mehr Erfahrungen ich im Umgang mit der Malerei einbringen kann, desto mehr und tiefer sehe ich.“

R.: „Ja, sprechen wir über Ihre Bilder. In Ihren Bildern ist eine Leichtigkeit..“

Andrulat: „Die Leichtigkeit muss ernsthaft erarbeitet sein, sonst gibt es sie nicht. Was wie nebenbei hingeworfen erscheint, ist nur durch höchste Konzentration möglich, wenn es Spannung halten soll. Wie lange ich für ein Bild brauche, hängt übrigens nicht vom Format ab. Das große Format mit 240 x 180 cm war in drei Wochen fertig, an dem dunkelblauen (180 x 160 cm) habe ich ein Jahr gearbeitet.“

Dieses große Dunkelblaue würde ich sofort kaufen, wenn ich es mir leisten könnte. Ein Bild zum Hineinfallen. Je länger ich darauf schaue, desto mehr möchte ich diesen Ausblick nicht mehr missen. Schutzlos liefere ich mich diesem Bild aus. Es zieht mich magisch zu sich: Weil es so schöne leuchtende Blautöne sind, die geheimnisvoll miteinander „reden“. Je näher ich komme, umso mehr Geschichten höre ich. Tatsächlich hören, denn es klingt fast wie ein Wispern, wenn ich den Linien und der Textur der Farben mit den Augen folge. Wäre es meins, würde ich zart mit dem Finger darüberstreichen, was unbedingt zur Folge haben würde, dass sich das Wispern verstärkte.

Hier in der Galerie in Anwesenheit des Künstlers darf ich das natürlich nicht.

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R.: „Was ist das Schlimmste, das man über eines Ihrer Bilder sagen kann?“

Andrulat:„‚Interessant‘. Das ist so ein Ausdruck, den man benutzt, um die eigene Sprachunfähigkeit zu kaschieren, manchmal auch das Desinteresse. ‚Spannend‘ ist auch so eine Chiffre, die sich eher auf den Betrachter als auf das Werk bezieht. ‚Dekorativ‘ ist dagegen eine nicht sehr schmeichelhafte Zuschreibung, die auf Eigenschaften des Werkes abzielt. Also, wenn jemand sagt, das sei ein dekoratives Bild, dann fehlen bestimmte Elemente, die dem ganzen Gefüge Spannung geben und aus dem Gefälligen und Erwartbaren herausheben.“

R.: „Würden diese Elemente nicht auch fehlen, wenn man das Wort „interessant“ verwendete?“

Andrulat: „Das ist noch etwas anderes. Weil, interessant ist so: Da kann ein Bild gut sein, ohne dass man da reinkommt und man fühlt sich vom Bild überfordert. Aber dekorativ ist wirklich ein schlimmes Urteil und trifft oft leider zu. Die Dekoration sublimiert nichts, sondern bestätigt sozusagen nur das zu Erwartende und wo ist das interessant?“

degenhard andrulat 495x400 - Degenhard Andrulat

 

Titel gehören zum Bild dazu, sagt der gebürtig aus Salzgitter stammende Farbenpoet und während sich Permanent seitensenkrecht bewegtes Blau wie eine Arbeitsanweisung liest, wundere ich mich wohlig über Permanentmalve-Signalrund, erdig; Blau, permanent böhmisch aufgestaut und Himmelweiß, auf-und abgezogen. Gibt es ein Himmelweiß? Wusste ich gar nicht…Signifant White, deepcoloured ist eine Wand/Rauminstallation, die gar Krawatten zum Hauptgegenstand macht. Neben den klangvollen und fast mystischen Titeln erfreue ich mich an der Schönheit der miteinander dialogisierenden Farben, und das ist auch so gewollt:

Wie arbeitet ein Maler eigentlich? Wie schafft man es, gleichzeitig auf Armeslänge und auf Betrachter-Entfernung zu arbeiten? Und welche gedankliche Vorbereitung steckt in jedem einzelnen Werk? Kaum eine Aussage trifft Degenhard Andrulats Malerei besser als „der einfache Ausdruck des komplexen Gedankens“. beschreibt René Zechlin.

Ich wünschte, wirtschaftliche Großunternehmen und Politiker würden ebenso genau ihre Handlungen vorbereiten und durchdenken wie dieser Künstler. Andrulats Antwort macht mir klar, welche Wagnisse er eingeht: „Wenn ich oben mit dem Pinsel ansetze, weiß ich nicht, wo ich unten ankomme. (…) Das Ende ist nicht gesichert. Das ist wichtig.“

Was bedeutet die Zeit im Zusammenhang mit Bildformat und Nähe-Distanz während des Arbeitens?

Ja gut, es ist doch nur eine Leinwand und Farben, könnten Sie vielleicht sagen. Aber das täuscht, denn die Wagnisse gelten für uns alle: Wir können ein Unterfangen immer nur vollen Herzens und mit guter Absicht beginnen ohne den Verlauf und das Ende vorher zu sagen. Wie weit geht Planung? Gerade während dieser Coronazeit merken wir, wie fragil die uns schützenden Konstrukte sind, wie abhängig wir von Einflüssen sind und wieviel Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten vonnöten sind.

Ich glaube, auch deshalb fühle ich mich im Raum mit Degenhards Werken so wohl – sie atmen – jedes in seinem eigenen Rhythmus – Zuversicht, Optimismus und Wagnis. Aber auch Erschöpfung und Scheitern sind sichtbar: Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man in einem Bild, wie eine der senkrechten Linien kurz vor ihrem Ende am unteren Bildrand einen Bauch hat. „Da stand ich auf der Leiter, um die Striche oben ansetzen zu können. Ich habe gedacht, ich schaffe es. Aber hab ich nicht.“ Lapidar, mit einem Lächeln und erfreut, diese Beobachtung an sich selbst gemacht zu haben. Er denkt, konkretisiert eine Idee, überlässt sich dem Prozess, ist konzentriert dabei und gleichzeitig innerlich distanziert genug, um anschließend sachlich zu beurteilen. Degenhard Andrulat ist Projektentwickler, Handwerker, Materialienspezialist, Künstler, Denker und Qualitätsmanager in Personalunion.

Was schätzt der Künstler an Hannover?

„Die unglaublich dichte und gute Kulturlandschaft von den Museen, Kunstvereinen über Oper, Konzerte bis hin zum Schauspiel. Die günstige Lage für die Reisen in andere Städte. Und ein kunstaufgeschlossenes Publikum, dem ich gerne meine Arbeiten vorstelle. Da bekomme ich viel Resonanz. Aber allein auf dieser regionalen Bekanntheit darf man sich nicht ausruhen, sonst hat man sich als Künstler selbst verarscht.“

Nicht jeder Begriff, den er verwendet, ist poetisch. Dafür in seiner ehrlichen Saftigkeit umso griffiger.

Gerne kauft er seine Farben bei boesner in Bornum, greift allerdings gerne auch auf Kremer Pigmente in Aichstetten zurück, die als die besten Pigmente der Welt gelten. Einen ausgestorbenen Farbton entdeckte er freudestrahlend im Keller seines Vermieters, einem ehemaligen Malereifachbetrieb.

 

Kunst am Bau gegenüber der Markthalle Hannover

degenhard andrulat kunst am bau kopie 495x400 - Degenhard Andrulat

Trost und Handlungsfähigkeit aufrecht erhalten – das sind die Geschenke an uns Betrachter:

Wie sehr sich das Werk auf die es umgebenden Gebäude bezieht, selbst so banale wie Telefonzellen und Tankstellen, sehen wir und sehen Sie, wenn Sie dorthin gehen wollen, in die Leinstraße 8. Sie können es gar nicht verfehlen. Durch die bodentiefen Fenster des Foyers leuchtet es Ihnen schon entgegen.

„Das Bild bleibt – hier hingen immer Bilder – aber das Temporäre ist weg. Das hier bleibt.“